Geldpolitik
EZB sieht Inflationsziel in Gefahr

Die Europäische Zentralbank hält wegen des Ölpreisverfalls ihr Inflationsziel für wenig realistisch. Die Gefahren hätten seit Beginn des Jahres zugenommen, heißt es in einem nun veröffentlichten Protokoll der Notenbanker.

FrankfurtDie Währungshüter der Europäischen Zentralbank (EZB) fürchten, dass der Ölpreisverfall weitere Kreise zieht und ihr Inflationsziel in weite Ferne rückt. Zwar schreite die moderate wirtschaftliche Erholung in der Euro-Zone voran. Aber es gebe Anzeichen dafür, dass neben Öl auch der Preis für andere Güter und Dienstleistungen zurückgehen könnte, heißt es im Protokoll der Zinssitzung vom 21. Januar, das die Notenbank am Donnerstag veröffentlichte. „Die Gefahren haben seit Beginn des laufenden Jahres zugenommen.“

Die EZB strebt eine Teuerungsrate von knapp zwei Prozent als idealen Wert für die Wirtschaftsentwicklung an. Im Januar waren es aber nur 0,4 Prozent. Fallen Preise sogar, besteht die Gefahr einer Deflationsspirale, die die Wirtschaft nach unten reißt. Viele Verbraucher halten sich dann in Hoffnung auf noch günstigere Angebote mit Käufen zurück, das bremst die Konjunktur.

Die Euro-Wächter hatten auf der Zinssitzung im Januar zwar keine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik beschlossen. Sie stießen die Tür für mögliche zusätzliche Schritte im März aber weit auf. Dann wollen sie ihre geldpolitische Haltung erneut überprüfen. Neben dem Ölpreis-Verfall bereiten der EZB die Wachstumsschwäche vieler Schwellenländer und die jüngsten Börsen-Turbulenzen Sorgen. Draghi bekräftigte vor wenigen Tagen in Brüssel, die Notenbank werde die Folgen für Konjunktur und Inflationserwartungen genau untersuchen. Falls nötig, werde die EZB nicht zögern zu handeln.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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