Geldpolitik
Schweizer Notenbank hält an Bargeld fest

Auch in Zukunft soll es in der Schweiz Bargeld geben. Die Schweizer Nationalbank denkt, dass das Bargeld nicht völlig verschwinden wird, da es Vorteile habe. Bargeldlose Zahlungsmittel sollen aber weiter zunehmen.
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ZürichDie Schweizerische Nationalbank (SNB) will am Bargeld festhalten. „Die SNB hegt keinerlei Absichten, das Bargeld abzuschaffen“, sagte SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg am Montag laut Redetext bei einer Konferenz in Basel. Bargeld werde weiterhin nachgefragt, sowohl zur Wertaufbewahrung als auch zur Zahlung, erklärte er beim ersten „World Banknote Summit“.

Die Möglichkeiten und die Akzeptanz bargeldloser Zahlungsmittel dürften zwar mit großer Wahrscheinlichkeit weiter zunehmen. Doch Bargeld biete verschiedene Vorteile, die ein völliges Verschwinden unrealistisch erscheinen lasse. So seien Bargeldzahlungen etwa weniger von einer funktionierenden technischen Infrastruktur abhängig und anders als bei bargeldlosen Zahlungsmitteln sei Datensicherheit kein Thema. „Bargeld bietet Gewähr, dass die finanzielle Privatsphäre geschützt ist“, sagte Zurbrügg. Eine Einladung zum Missbrauch für kriminelle Zwecke insbesondere von Noten mit hohem Wert befürchtet der SNB-Vizechef nicht.

„In der Schweiz haben wir keine Hinweise, dass die großen Notenwerte – namentlich die 1000-Franken-Note – in dieser Hinsicht ein besonderes Risiko aufweisen.“ Gesetzliche Bestimmungen, insbesondere das Geldwäschereigesetz, würden einem allfälligen Missbrauch des Bargelds zu kriminellen Zwecken vorbeugen, sagte Zurbrügg. Durch die Einführung von Negativzinsen sei es nicht zu Bargeldhortung in größerem Ausmaß gekommen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) will die Ausgabe des 500-Euro-Scheins gegen Ende 2018 stoppen. Mit der Abschaffung wollen die Währungshüter unter anderem erreichen, dass Terrorfinanzierung und Geldwäsche künftig besser bekämpft werden können. Eine Abkehr vom Bargeld soll dies aber nicht darstellen. Trotz der fortschreitenden digitalen Revolution zahlen auch die Deutschen weiter gerne mit Münzen und Scheinen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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