Geldpolitik: US-Notenbank hat Lust auf Anleihekäufe verloren

Geldpolitik
US-Notenbank hat Lust auf Anleihekäufe verloren

Im Dezember hatte die US-Notenbank Fed beschlossen, ihre Anleihekäufe einzudämmen. Das Protokoll der Sitzung zeigt: Die Notenbanker zeigen sich darin besorgt über Risiken für die finanzielle Stabilität.

WashingtonVertreter der US-Notenbank haben bei ihrem letzten Treffen im vergangenen Jahr abnehmende konjunkturelle Vorteile aus dem monatlichen Anleiheaufkaufprogramm gesehen und sich besorgt über Risiken für die finanzielle Stabilität gezeigt. Das geht aus dem Sitzungsprotokoll hervor, das am Mittwoch veröffentlicht wurde.

„Eine Mehrheit der Teilnehmer kam zu dem Schluss, dass die marginale Wirkungskraft der Aufkäufe wahrscheinlich abnimmt, wenn die Aufkäufe weitergehen“, heißt es in dem Protokoll zur Sitzung des Offenmarktausschusses vom 17. und 18. Dezember im vergangenen Jahr. Darüber hinaus waren die Teilnehmer „über die Grenzkosten zusätzlicher Asset-Aufkäufe besorgt, die sich aus den Risiken für die Finanzstabilität ergeben.“ Sie beriefen sich dabei auf das Potenzial für das „exzessive Eingehen von Risiken im Finanzsektor“.

Offenbar gab es einzelne Forderungen aus dem Kreis der Notenbanker nach einem stärkeren Abbau der Geldspritzen und einem früheren Ausstieg aus dem Programm. Zugleich hatte sich ein Mitglied gegen eine Drosselung gestemmt. Viele Teilnehmer hätten sich aber dafür ausgesprochen, einen Mittelweg zu wählen, um die Märkte nicht zu verschrecken. Sie wollten damit verhindern, dass die Verringerung "als Signal fehlinterpretiert" würde, dass die Fed eine frühere Abkehr von der konjunkturstimulierenden Geldpolitik plane als bislang angenommen.

Der Ausschuss hatte im Dezember die monatlichen Aufkäufe von 85 Milliarden Dollar auf 75 Milliarden Dollar reduziert und dies mit der verbesserten Lage am Arbeitsmarkt begründet. Mit sieben Prozent war die Arbeitslosenquote auf ein Fünf-Jahres-Tief gefallen. Den Leitzins ließen die Notenbanker nahe null. Die Fed hat ein Mandat zur Wahrung der Preisstabilität und zur Förderung von Vollbeschäftigung, von der die USA bei einer Arbeitslosenrate von 7,0 Prozent aber noch weit entfernt sind.

Die Währungshüter werden sich das nächste Mal am 28. und 29. Januar treffen. Dabei wird es um die Frage gehen, inwiefern das Tempo der Anleiheaufkäufe weiter reduziert werden soll, während die Konjunktur an Kraft gewinnt. Das Sitzungsprotokoll enthält dafür keinen festgelegten Fahrplan.

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