Geldpolitik

US-Währungshüter spricht über rasche Zinserhöhung

Mehrere US-Währungshüter hatten zuletzt zur Vorsicht bei der Zinserhöhung geraten. William Dudley steuert nun gegen: Es habe sich eine zu große Gelassenheit breitgemacht – eine Zinserhöhung im September sei angemessen.
Der US-Währungshüter sagte, die Präsidentschaftswahl spiele für die Geldpolitik keine Rolle. Quelle: AP
William Dudley

Der US-Währungshüter sagte, die Präsidentschaftswahl spiele für die Geldpolitik keine Rolle.

(Foto: AP)

New York/WashingtonDer US-Währungshüter William Dudley hat eine Zinserhöhung im September ins Gespräch gebracht. „Ich denke, dass es möglich ist“, sagte der Chef des US-Notenbankablegers in New York am Dienstag dem Fernsehsender Fox Business Network: „Wir nähern uns dem Zeitpunkt, zu dem es aus meiner Sicht angemessen ist, die Zinsen anzuheben.“ An den Terminmärkten habe sich unter den Investoren eine zu große Gelassenheit mit Blick auf eine Straffung der Geldpolitik breitgemacht, warnte Dudley.

Mit seinen Aussagen bremste Dudley die Talfahrt des Dollar. Der Euro gab seine Gewinne von über einem US-Cent teils ab und rutschte auf 1,1260 Dollar ab, womit er aber weiter über dem Montagsschluss von 1,1183 Dollar notierte.

Apple und andere Riesen in Warren Buffetts Portfolio

AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US0258161092
Börse
Xetra

-2,50 -3,05%
+79,00€
Chart von AMERICAN EXPRESS CO. REGISTERED SHARES DL -,20
American Express
1 von 44

Die vier wichtigsten Titel (1/4)

Fast 60 Prozent des Aktienwerts in Warren Buffetts Portfolio geht auf vier Einzeltitel zurück. Dazu zählt der Kreditkartenanbieter American Express. An der Beteiligung hat sich auch im zweiten Quartal nichts geändert.

Buffetts Anteile: mehr als 151 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

Quelle aller Angaben: 13-F-Pflichtveröffentlichungen bei der US-Börsenaufsicht SEC für das zweite Quartal 2016 (nur US-Aktien). Stand: 16. August 2016.

COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25

WKN
ISIN
US1912161007
Börse
Xetra

+0,40 +1,05%
+38,30€
Chart von COCA-COLA CO., THE REGISTERED SHARES DL -,25
Coca Cola
2 von 44

Die vier wichtigsten Titel (2/4)

Der bekennende Limonaden-Trinker Buffett hält auch im zweiten Quartal 2016 an seinen Coca-Cola-Aktien fest. Der Investor hat insgesamt 400 Millionen Papiere in seinem Portfolio, damit gehören ihm fast zehn Prozent der gesamten Anteile an dem Konzern.

Buffetts Anteile: 400 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20

WKN
ISIN
US4592001014
Börse
Xetra

-5,50 -3,97%
+133,00€
Chart von INTL BUSINESS MACHINES CORP. REGISTERED SHARES DL -,20
IBM
3 von 44

Die vier wichtigsten Titel (3/4)

Software-Hersteller IBM gilt als dritter Liebling im Buffett-Portfolio. Im zweiten Quartal 2016 hielt er die Beteiligung unverändert. Buffett hält insgesamt acht Prozent der Unternehmensanteile.

Buffetts Anteile: 81,23 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666

WKN
ISIN
US9497461015
Börse
Xetra

-0,20 -0,38%
+52,20€
Chart von WELLS FARGO & CO. REGISTERED SHARES DL 1,666
Wells Fargo
4 von 44

Die vier wichtigsten Titel (4/4)

Der US-Finanzdienstleister bleibt ein Favorit des „Orakels von Omaha“. Er hält rund 25 Prozent des Konzerns.

Buffetts Anteile: 479 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.

WKN
ISIN
US0378331005
Börse
Xetra

-1,00 -0,68%
+145,40€
Chart von APPLE INC. REGISTERED SHARES O.N.
Apple
5 von 44

Der US-Großinvestor Carl Icahn war zuletzt beim iPhone-Hersteller ausgestiegen – so auch Warren Buffett. Sein Konglomerat Berkshire Hathaway sicherte sich im ersten Quartal 2016 fast zehn Millionen Apple-Aktien. Gesamtwert: etwa eine Milliarde Dollar. Im zweiten Quartal stockte Buffett noch einmal auf.

Buffetts Anteile: 15,23 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: plus 55,2 Prozent

AXALTA COATING SYSTEMS LTD. REGISTERED SHARES DL 1

WKN
ISIN
BMG0750C1082
Börse
FSE

-0,20 -0,78%
+25,40€
Chart von AXALTA COATING SYSTEMS LTD. REGISTERED SHARES DL 1
Axalta Coating Systems
6 von 44

Im zweiten Quartal 2015 hatte Warren Buffett zum ersten Mal Anteile von Axalta Coating, einem Beschichtungsspezialisten, in sein Depot genommen. Insgesamt 23,2 Millionen Aktien der Firma mit Sitz in Philadelphia hatte er zwischen April und September 2015 erworben. Mittlerweile sind es etwas mehr.

Buffetts Anteile: 23,3 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

BK OF NEW YORK MELLONCORP.,THE REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US0640581007
Börse
FSE

+0,40 +0,88%
+45,60€
Chart von BK OF NEW YORK MELLONCORP.,THE REGISTERED SHARES DL -,01
Bank of New York Mellon
7 von 44

Im ersten Quartal 2015 hatte Buffett die Anteile an dem Geldinstitut Bank of New York Mellon um sechs Prozent reduziert, im zweiten Quartal konstant gehalten und im dritten Quartal um weitere drei Prozent abgebaut. Im vierten Quartal hielt er die Beteiligung konstant. Auch im zweiten Quartal 2016 veränderte er seine Beteiligung nicht.

Buffetts Anteile: 20,8 Millionen Stück
Veränderung im zweiten Quartal 2016: unverändert

An den Terminmärkten wird dagegen eine Zinserhöhung bei der nächsten Sitzung am 20. und 21. September so gut wie ausgeschlossen. Auch für November – kurz vor den US-Wahlen – rechnet kaum jemand mit einem solchen Schritt. Erst nach den Wahlen – also im Dezember – wetten die Anleger wieder verstärkt auf höhere US-Zinsen. Dudley sagte nun dem Fernsehsender Fox Business Network, dass die US-Wahl für die Geldpolitik keine Rolle spiele. Seit der Zinswende vom Dezember 2015 hält die Fed den Schlüsselsatz in einer Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent.

Auch zum Yen holte der Dollar nach den Aussagen Dudleys massiv auf und notierte mit 100,31 Yen deutlich über dem zuvor erreichten Sieben-Wochen-Tief von 99,56 Yen. Gold grenzte seine Gewinne ein und lag mit 1343,30 Dollar je Feinunze 0,3 Prozent höher. Zuvor hatte das Metall noch um 1,4 Prozent auf 1358,01 Dollar gestiegen. Es wird von Anlegern als Inflationsschutz bei niedrigen Zinsen bevorzugt. Bei höheren Zinsen ist Gold dagegen für viele unattraktiv.

Unterstützt wurde die US-Währung auch vom überraschend deutlichen Anstieg der US-Industrieproduktion im Juli. „Die Zahlen sind erfreulich, denn das produzierende Gewerbe startet robust ins dritte Quartal“, sagte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. Auch scheine die Dynamik etwas zuzunehmen.

Die Auslastung der Maschinen und Anlagen lag mit 75,9 Prozent ebenfalls höher als von Experten erwartet. „Der industrielle Gegenwind für die Konjunktur dürfte abflauen und könnte zum Ende des Jahres eine Zinsanhebung ermöglichen“, sagte Ökonom Bernd Krampen von der NordLB.

Die Notenbank, die Vollbeschäftigung und stabile Preise fördern soll, ist am Jobmarkt praktisch am Ziel. Die Arbeitslosenquote lag zuletzt bei 4,9 Prozent. Doch bei der Inflationsrate ist aus Sicht der Fed noch Luft nach oben: Die Verbraucherpreise lagen im Juli um 0,8 Prozent über dem Niveau vor einem Jahr, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Die Teuerungsrate war damit noch einen Tick niedriger als von Experten erwartet.

Die Fed strebt bei der Inflation eine Zielmarke von zwei Prozent an. Die Währungshüter blicken bei der Inflation insbesondere auf die Preisveränderungen bei den persönlichen Verbraucherausgaben (PCE), wobei Energie- und Nahrungsmittelkosten außen vor bleiben. Auch dieser Wert lag im Juni mit 1,6 Prozent noch unter dem Zielwert.

  • rtr
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