Geldpolitik
Weidmann sieht Risiken des EZB-Pakets

Bundesbank-Chef Jens Weidmann warnt vor Verzerrungen des Marktes durch die geldpolitischen Maßnahmen der EZB. Dennoch habe die Zentralbank ihren Beitrag zur Lösung der Finanzprobleme in Europa geleistet.
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BerlinBundesbank-Präsident Jens Weidmann sieht durchaus Risiken durch das geldpolitische Lockerungspaket der Europäischen Zentralbank (EZB). „Sie haben recht, das Eurosystem muss aufpassen, nicht zu sehr in Marktprozesse einzugreifen und auf diese Weise schädliche Verzerrungen zu erzeugen“, warnte er in der „Börsen-Zeitung“ vom Montag. Zwar seien Vorkehrungen dagegen getroffen, doch könne das Maßnahmenbündel „Übertreibungen an den Finanz- und Immobilienmärkten begünstigen“, ergänzte er.

„Deswegen haben wir um die Ausgestaltung des Pakets gerungen und müssen wachsam bleiben“. Weidmann nannte die EZB-Entscheidungen einen Weckruf an die Politik. „Die Geldpolitik hat ihren Beitrag geleistet“, sagte er mit Blick auf die Behebung ökonomischer Probleme in einigen Teilen der Euro-Zone. Zugleich sprach er sich dagegen aus, jetzt schon die nächste Lockerungsrunde einzuläuten.

Ein anderer Vertreter der EZB weist Kritik aus Deutschland an ihren jüngsten geldpolitischen Beschlüssen deutlicher zurück. Die Entscheidungen in der vergangenen Woche lägen „exakt innerhalb“ des Mandats der EZB, sagte EZB-Direktor Benoit Coeure am Dienstag in Frankfurt. Alle Mitglieder des EZB-Rats, dem neben Präsident Mario Draghi, seinem Stellverteter Vitor Constancio und vier weiteren EZB-Direktoren auch die nationalen Notenbankchefs der 18 Euro-Länder angehören, seien sich einig, dass die Grenzen der Geldpolitik nicht überschritten worden seien, die EZB keine Wirtschaftspolitik betreibe und damit auch nicht ihr Mandat überschreite.

Die EZB hatte in der vergangenen Woche ihre Geldpolitik noch einmal gelockert und dabei den Leitzins auf 0,15 Prozent gesenkt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Geldpolitik: Weidmann sieht Risiken des EZB-Pakets"

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  • so so, der sieht also Risiken? warum war er für den ESM?

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