Geldspritze
US-Notenbank schiebt Zinswende auf

Die US-Notenbank Federal Reserve fährt ihr Programm zum Aufkauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren weiter zurück. Die Zinsen sollen aber für eine „erhebliche Zeit“ niedrig bleiben. Das freut die Finanzmärkte.
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WashingtonDie US-Notenbank sieht die Erholung der amerikanischen Wirtschaft weiterhin auf einem guten Weg und streicht ihre Konjunkturhilfen weiter zusammen. Die Konjunktur habe sich in den letzten Monaten nach einem schwachen Winter wieder erholt, teilte die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch in Washington mit. Die monatlichen Geldspritzen werden um zehn Milliarden Dollar gekürzt, wie der für die Zinspolitik zuständige Offenmarktausschuss entschied. „Wir haben weitere Zuwächse auf dem Arbeitsmarkt gesehen“, sagte die Vorsitzende Janet Yellen.

Zwar werde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr deutlich weniger zulegen als zuletzt erwartet. Dafür sinke aber die Arbeitslosenquote schneller als bisher gedacht. Ihre monatlichen Anleihekäufe zur Stützung der Konjunktur reduziert die Fed daher planmäßig weiter. Schnelle Zinserhöhungen sind aber weiterhin vorerst nicht zu erwarten.

Der Erwerb von langfristigen Staatsanleihen und Immobilienpapieren wird zum fünften Mal in diesem Jahr um 10 Milliarden Dollar (7,4 Mrd Euro) pro Monat zurückgefahren. Damit sinkt die Summe von ursprünglich 85 auf künftig 35 Milliarden Dollar monatlich. Experten hatten mit dem Schritt gerechnet. Die Fed bekräftigte, sie wolle sich schrittweise von dieser außergewöhnliche Konjunkturmaßnahme verabschieden.

Der Leitzins hingegen werde noch „erhebliche Zeit“ unverändert zwischen null und 0,25 Prozent bleiben, da eine sehr lockere Geldpolitik vor allem wegen der erhöhten Arbeitslosigkeit unverändert angemessen sei. Auf diesem Rekordtief liegt der Zinssatz seit Ende 2008, als sich weltweit die schwere Finanzkrise ausgebreitet hatte. Eine deutliche Mehrheit der maßgeblichen Fed-Vertreter schätzt, dass er erst 2015 steigen werde. Yellen betonte erneut, dass es „keine mechanische Formel“ gebe, wann es zu Zinserhöhungen kommen könnte.

Zugleich beurteilt die Fed nach dem kältebedingt schwachen Start ins Jahr die Wachstumsaussichten nicht mehr ganz so rosig. Sie veranschlagt für dieses Jahr beim Bruttoinlandsprodukt ein Plus von maximal 2,3 Prozent. Noch im März hatte sie mit bis zu drei Prozent gerechnet. „Natürlich gibt es in dieser Prognose noch Unsicherheiten“, sagte Yellen.

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  • Zinswende?? ;-)
    Yeah, das wäre doch wirklich mal der Knaller: Yellen wie Paul Volcker anno 1980/ 81, und am besten auch gleich mit einer Anhebung der Prime Rate auf über 20%.
    Damit "rettete" Volcker bekanntlich den Dollar vor der Totalentwertung und beendete die Stagflation in den USA.
    Und was würde bei einer (starken) Zinsanhebung heute passieren?
    Die Explosion der ca. 1 Billiarde USD-Derivatebombe würde man vermutlich noch bis in die nächste Galaxie hören können...

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