George Soros
Der alte Mann und die Krise

Multi-Milliardär George Soros fürchtet, dass sich das Schicksal des Euro in den nächsten zwei Wochen zum Schlechten wendet. Nicht nur der Euro sondern auch die Europäische Union wären dann gefährdet.
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BerlinDer so beharrlich lächelnde kleine Mann formuliert nicht wegen seiner 81 Jahre so bedächtig. Er, der Großspekulant, ist auf der Hut: „Ich habe mal gesagt: „Merkel versteht es einfach nicht. Da war die Aufregung groß!“ Das will er nicht wiederholen.

George Soros, der mit Währungsspekulationen Milliarden gemacht hat. Er ist nach Deutschland gekommen, um die skeptische deutsche Öffentlichkeit und ihre Kanzlerin zu überzeugen, in der Euro-Krise den Kurs zu wechseln. Andernfalls würde er gerade heraus poltern: „Das Hauptproblem ist die Bundesbank.“ Denn Merkel, so gibt er mit einem Lächeln zu verstehen, nutze in der Bundesbank eine Denkfabrik, die sich einem überalterten, monetären Dogma verschrieben habe, in dem Europa nur eine ökonomische, aber keine politische Dimension zukomme.

Im taubenblauen Anzug mit blauer Rosettenkrawatte und weißem Hemd ein wenig müde redend schiebt er sich Schokolade in den Mund. Den wohl dosierten „sugar-rush“ braucht er nach einem Interview-Marathon und der damit verbundenen Werbetour für sein neues Buch, das er in Deutschland vorgestellt hat: „Gedanken und Lösungsvorschläge zum Finanzchaos in Europa und Amerika.“ Darin hat der umtriebige Finanzmissionar seine wichtigsten Gedanken zur Dauerkrise zusammengefasst. „Nein, die Euro-Krise ist nicht vorbei“, sagt er, „sie wird sogar noch schlimmer.“ Auch wenn Merkel und EZB-Chef Draghi gerade das Gegenteil behauptet haben.

Kommentare zu " George Soros: Der alte Mann und die Krise"

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  • Ja, ja die offene Gesellschaft (Popper)
    erinnert mich an Menschen ohne innere und nach außen gesetzte und verteidigte Grenzen, an Gesellschaften ohne innere und dann nach außen gesetzte und verteidigte Grenzen; also die Scheidung von -dieses ja, jenes nein-, eben entschieden und charakteristisch leben zu wollen, selbstbestimmt und frei.
    Die Nationalstaaten abzuschaffen, bzw. der europäischen Bevölkerung austreiben zu wollen, die Auflösung von charakteristischen Grenzen zu betreiben - ist nichts anderes wie eine Entkleidung, eine Art Striptease.

    Haben wir dann den zentralistischen EU-Staat, natürlich mit freiem imunisierten Penetrationsrecht der Nomenklatura gegenüber den, die Würde ohne Bekleidung (Grenzen) nicht mehr wahren könnenden Nationen, sind die verschiedenen Bevölkerungen also zur EU-Masse zusammengepfercht, bietet sie eine gute Futterstelle für die nutznießende globale Nomenklatura und ihre gierigen Organe (wirtschaftliche und finanzielle Kombinate).

    Deshalb ist Hr.Soros für mich ein schmutzig-lüsterner Opa der Europa in den Schritt greifen möchte. Es gibt einige dieser Opas mit geistig verschmutzten Söhnen und Töchtern.
    Das Europa der Völker und Nationen ist die Dornenhecke die vor lüsternem Griff schützt, den Griff behindert.

    Die EU wie sie gedacht (Jean Monnet) und schon einige Zeit gelebt wird: ein liederlicher der Menschenwürde entkleideter orgiastischer Tanz.
    Wir sehen schon mehr wie die Morgenröte: einige sehen den Kater nach dem Rausch aufziehen; die angerichteten inneren wie äußeren Verwüstungen werden sichtbar - aber der Tanz ist noch nicht zu Ende,- also die Verwüstungen gehen weiter.

  • Herr Soros ist als neoliberaler Spekulant selbst mit verantwortlich für was geschieht. Und überhaupt: Europa war und ist nicht reif für den Euro, der ohnehin nur eingeführt wurde, damit die Spekulanten grenzüberschreitend spekulieren können und Arbeitsplätze ins Ausland verlangert werden können. Der Euro muß weg.
    Die Befindlichkeiten einer neoliberalen Täterkreatur wie Soros sind iirrelevant.

  • .....und der Turmbau zu Babel ist auch schief gegangen !
    Trotzdem dient er der EU als Vorbild !

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