Geringe Inflationsgefahr
EZB warnt vor Konjunkturflaute

Jean-Claude Trichet wechselt die Argumentation: Die Inflationsgefahr sei gesunken. Dafür beeinträchtigen die Marktturbulenzen die Wachstumsaussichten der Wirtschaft. Zinserhöhungen sind damit vorerst ausgeschlossen.
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Düstere Konjunkturaussichten zwingen die EZB zu einer längeren Zinspause. „Die Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum haben sich verstärkt“, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet am Donnerstag in Frankfurt. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) beließ den Leitzins im Euro-Raum bei 1,5 Prozent. Auch in den kommenden Monaten dürften die Währungshüter die geldpolitischen Zügel nicht anziehen. Einige Beobachter fordern bereits eine Zinssenkung. 

„Vor einem Monat waren die Wachstumsrisiken aus unserer Sicht ausgeglichen. Jetzt sehen wir Abwärtsgefahren für das Wirtschaftswachstum“, sagte Trichet und nannte unter anderem die jüngsten Marktturbulenzen als Konjunkturrisiken. Den Inflationsgefahren sehe die Notenbank hingegen gelassener entgegnen als zuletzt. Das nimmt den Druck von der EZB, erneut an der Zinsschraube zu drehen. Die EZB hatte den Leitzins im April und Juli um je 0,25 Punkte auf aktuell 1,50 Prozent erhöht. Das waren die ersten Zinsschritte nach der Finanzkrise. 

Deutlich düsterer als noch im Juni beurteilt die EZB die Konjunkturaussichten für den Euro-Raum. Die Notenbank rechnet nur noch mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,6 Prozent (Spanne von 1,4 bis 1,8 Prozent) in laufenden Jahr. Im Sommer war sie noch von einem Plus von 1,9 Prozent ausgegangen. Auch für 2012 die Notenbank pessimistischer. 

Im kommenden Jahr soll die Wirtschaft im gemeinsamen Währungsraum nur noch um 1,3 Prozent (Spanne 0,4 bis 2,2 Prozent) zulegen. Zuletzt hatte die EZB noch ein Plus von 1,7 Prozent erwartet. Die Inflationsprognosen blieben unverändert bei 2,6 Prozent in diesem und 1,7 Prozent im kommenden Jahr. 

Zwar ließ der Preisdruck zuletzt infolge sinkender Ölpreise nach. Noch liegt die Inflation im Euro-Raum mit 2,5 Prozent immer noch weit über dem Zielwert der Notenbank, die eine Jahresteuerung knapp unter zwei Prozent anstrebt. Höhere Zinsen helfen im Kampf gegen die Inflation: Kredite werden tendenziell teurer, das mindert die Neigung von Unternehmen und Verbrauchern, auf Pump zu investieren und zu konsumieren. 

Doch höhere Zinsen verteuern auch Kredite. Daher könnten sie Gift sein für die lahmende Wirtschaft sein, nicht nur in Krisenländern wie Griechenland oder Portugal. Schon fordern erste Ökonomen angesichts der steigenden Rezessionsängste eine Zinswende. So empfahl etwa Julian Callow von Barclays Capital in London der EZB, den Leitzins wieder auf das Rekordtief von 1,0 Prozent zu senken. Damit könne das Risiko eines Rückfalls in die Rezession gesenkt werden.

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  • Ach noch was, die EZB verdient ihr Geld durch Zinsen.

    Die Banken müssen für Zentralbankgeld derzeit 1,5% Zins an die EZB zahlen und bekommen für Bareinlagen 1%. Die Bilanzen der EZB sind öffentlich zugänglich. Der Gewinn der EZB wird überwiegend an die Eigner im Verhältniss ihrer Einlagen ausbezahlt. Ergo 21 und etwas Prozent an die Bundesbank und die führt 90% ihrer Gewinne an den Bundeshaushalt ab.

    Steuergelder EZB? Nee anders herum ist richtig, die EZB zahlt an die Staatshaushalte und kostet keine Steuergelder.

  • Nö, die EZB gehört den Notenbanken der Mitgliedsländer (siehe EZB Website).
    Die Bundesbank hält etwas über 21% des Eigenkapitals und die Bundesbank wiederum gehört der Bundesrepublick Deutschland also jedem von uns ca. ein 82millionelsten.
    Daher führt die Bundesbank ca. 90% ihrer Gewinne an den Bundeshaushalt ab.

    Im EZB Vertrag steht das die EZB weder Regierungen befragen noch von Ihnen Ratschläge annehmen darf. Im Gegensatz zur FED hat die EZB nur eine primäre Aufgabe die Geldwertstabilität. Die Fed hat zwei gleichrangige Aufgaben Vollbeschäftigung und Geldwertstabilität.

    Die EZB ist nur für die Geldwertstabilität zuständig, daher begründet sie die Käufe am Zweitmarkt mit einer nicht funktionierenden Transmission ihrer Geldpolitik, die durch die Käufe wieder hergestellt werden soll.

    Übersetzt man diese Notenbankerfloskeln in verständliches Deutsch dann lautet die Übersetzung: Wir müssen diese Schrottbonds kaufen weil die Regierungen nicht in der Lage sind ihre Arbeit seriös zu machen.

    Würde Herr Trichet aber nie so sagen. Wie es aussieht wenn der mal emotional wird, konnte man heute zum ersten mal in fast 8 Jahren sehen. Er wurde zu den Äußerungen von heute die Gabriel im Bundestag gemacht hatte befragt. EZB Video vorspulen auf 49. Minute und dann viel Spass wenn der Mitarbeiter der Börsenzeitung fragt.

  • neee, wo denn?

    Gold hat doch seinen ehrlichen und gerechten Wert behalten

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