Geschäftsjahr 2015
Bundesbank erzielt mehr Gewinn

Der Gewinn der Deutschen Bundesbank erfreut Jahr für Jahr den Bundesfinanzminister. Für 2015 ist der Geldsegen aus Frankfurt am Main etwas üppiger ausgefallen als ein Jahr zuvor.

FrankfurtDie Deutsche Bundesbank hat im Geschäftsjahr 2015 einen Überschuss von 3,2 Milliarden Euro erzielt, nach 3,0 Milliarden Euro im Vorjahr. Der Gewinn wurde heute in voller Höhe an den Bund überwiesen. Bundesbankpräsident Jens Weidmann verwies auf eine Zunahme beim Nettoergebnis aus Finanzoperationen, Abschreibungen und Risikovorsorge, denen ein niedrigerer Nettozinsertrag gegenübergestanden habe. „Im Ergebnis hat dies zu einem leichten Plus im Vorjahresvergleich geführt“, sagte er auf der Jahrespressekonferenz der Bundesbank.

Für 2014 hatte die Bundesbank 2,95 Milliarden Euro Gewinn an Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) überwiesen. Das Zinstief drückte in dem Jahr den Überschuss ebenso wie Milliarden-Rückstellungen für Kreditrisiken infolge der gemeinsamen Geldpolitik unter Regie der Europäischen Zentralbank (EZB).

Andererseits sind die von der Bundesbank kritisch beurteilten Anleihenkäufe auch eine Einnahmequelle. Denn wenn die Papiere auslaufen, die die Euro-Notenbanken während der Schuldenkrise erworben haben, kommen die Erträge anteilig auch der Bundesbank zugute. Zudem könnte die Bundesbank Rückstellungen für als riskant eingeschätzte Wertpapiere verringern - das würde den Gewinn erhöhen. Schäuble hatte im Haushalt für dieses Jahr 2,5 Milliarden Euro von der Bundesbank eingeplant. Was darüber hinaus geht, soll in eine Rücklage zur Finanzierung der Kosten der Flüchtlingszuwanderung fließen.

Bisher sind in Schäubles Rücklage 12,1 Milliarden Euro eingestellt. Davon sind aber bereits 6,1 Milliarden Euro für den Haushalt 2016 verplant, der Rest für das Jahr 2017. Schäuble will auch im kommenden Jahr trotz steigender Flüchtlingskosten ohne neue Schulden auskommen.

Maßgeblich für den Bundesbankgewinn waren im vergangenen Jahr die Zinserträge in Höhe von 3,3 Milliarden Euro (im Vorjahr: 4,0 Milliarden Euro), von denen 2,9 Milliarden Euro (im Vorjahr: 3,8 Milliarden Euro) auf Zinserträge in Euro entfielen. Dem standen Zinsaufwendungen von 1,0 Milliarden Euro (im Vorjahr: 0,9 Milliarden Euro ) gegenüber, so dass sich ein Nettozinsertrag von 2,3 Milliarden Euro (im Vorjahr: 3,1 Milliarden Euro) ergab. Dies ist angesichts im Jahresdurchschnitt nochmals herabgesetzter EZB-Leitzinsen der niedrigste Nettozinsertrag seit Beginn der Währungsunion. Verstärkt wurde diese Entwicklung durch den fälligkeitsbedingten Rückgang von Wertpapieren in den geldpolitischen Portfolios aus den abgeschlossenen Ankaufprogrammen.

Die Bilanzsumme der Bundesbank belief sich zum 31. Dezember 2015 auf 1.012,0 Milliarden Euro (im Vorjahr: 770,8 Milliarden Euro). „Die Bundesbankbilanz 2015 ist weiterhin geprägt von geldpolitischen Aktivitäten, die vor allem im Zusammenhang mit der Finanz- und Staatsschuldenkrise stehen“, sagte Joachim Nagel, Mitglied des Vorstands und zuständig für Rechnungswesen und Controlling. „Dabei ist die Bilanzsumme kräftig gestiegen und hat nach 2012 abermals eine Billion Euro überschritten“, fügte er hinzu.

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