Griechenland und Euro-Krise: Zieht Draghi irgendwann den Stecker?

Griechenland und Euro-Krise
Zieht Draghi irgendwann den Stecker?

Ausgerechnet die Europäische Zentralbank hat das stärkste Druckmittel gegenüber Athen in der Hand. Von ihr hängt die Finanzierung der griechischen Banken ab. Das bringt EZB-Chef Mario Draghi in eine heikle Lage.
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DüsseldorfDer griechische Finanzminister Yanis Varoufakis hat große Erwartungen an Mario Draghi. „Die EZB wird alles tun, was nötig ist, um die Mitgliedsstaaten der Euro-Zone zu unterstützen“, sagte er nach seinem heutigen Treffen mit dem EZB-Chef. Die eindringlichen Worte haben ganz praktische Gründe: Varoufakis ist auf das Wohlwollen der Europäischen Zentralbank (EZB) angewiesen. Denn davon hängt ab, ob sich die griechischen Banken weiter finanzieren können.

Angesichts der politischen Unsicherheit haben viele Griechen im Vorfeld der Wahlen ihr Geld von den Konten abgehoben. Das bringt die Banken in Bedrängnis: Laut der Nachrichtenagentur Reuters haben drei der vier Großbanken begonnen, Finanzhilfen der nationalen Notenbank zu nutzen. Bisher belaufe sich die abgerufene Summe der sogenannten Not-Liquiditätshilfen (Ela) auf rund zwei Milliarden Euro.

Die griechischen Banken hätten zuvor spürbare Abflüsse bei ihren Einlagen verzeichnet, berichtet Reuters unter Berufung auf zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Grundsätzlich wird Ela von den nationalen Notenbanken auf eigenes Risiko gewährt. So lange Griechenland im Euro bleibt, fällt dies nicht auf die anderen Euro-Länder zurück. Im Falle eines Euro-Austritts allerdings schon. Deshalb muss der EZB-Rat die Nothilfen absegnen.

Die EZB und ihr Chef Mario Draghi stecken dadurch in der Zwickmühle: Schiebt die EZB bei den Ela-Krediten einen Riegel vor, bringt sie die griechischen Banken in Gefahr – tut sie es nicht, geht sie Risiken ein. „Die EZB spielt eine politische Rolle, egal wie sie sich entscheidet. Sie kann dieses Dilemma nur entschärfen, indem sie neue Sonderregeln vermeidet“, sagt EZB-Analyst Christian Schulz von der Berenberg Bank.

Grundsätzlich gilt für Ela-Kredite, dass diese nur gegen ausreichend Sicherheiten gewährt werden dürfen. Momentan akzeptiert die EZB griechische Staatspapiere als Sicherheiten, obwohl diese eigentlich ein schlechtes Kreditrating haben. Dies ist an die Auflage gebunden, dass Griechenland am Hilfsprogramm teilnimmt und nicht mehr als 15 Milliarden Euro an kurzfristigen Geldmarktpapieren auf den Markt bringt.

Im Handelsblatt-Interview hatte Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel jüngst gewarnt, dass die EZB der Ela-Gewährung ansonsten widersprechen könnte. „Die Frage ist also, wie werthaltig griechische Staatsanleihen oder staatliche Garantien nunmehr sind, und das hängt für mich sehr eng damit zusammen, wie es die neue Regierung mit dem Hilfsprogramm und dem vereinbarten Reformkurs hält“, sagte Nagel.

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EZB will angeblich „mit harten Bandagen kämpfen“

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  • "Aber wenn man es mal runterbricht dann bleiben meiner Meinung nach nur 2-3 Optionen für Griechenland oder Euroländer in ähnlicher Situation."

    Naja es geht aber bei allen Besonderheiten der griechischen Misswirtschaft eigentlich um viel mehr: Der Kapitalismus als "The winner takes it all"-System, muss die mit zunehmender und zunehmend leistungsloser Umverteilung von unten nach oben sowie zunehemnder Sättigung vieler Wirtschaftsbereiche die Frage beantworten, was aus den Verlierern wird.

    Diese Frage ist alles andere als trivial und kann vermutlich nicht durch neue (intellektuelle) Systeme sondern nur durch kulturelles Wachstum in Freiheit beantwortet werden. Sie ist die eingebaute Systemtranszendenz, die uns Menschen zu neuen Ufern oder alten Abgründen führen wird. Diese Frage geht weit über Griechenland hinaus und wird entscheiden, ob das Endspiel auf dem Schlachtfeld ausgetragen wird oder es zur Abwechslung mal eine große Party gibt.

  • ....genau, versprochen wird das Schlaraffenland, und wie schon bei Pinocchio - am Ende ist man der Esel............

  • Glaubt einer im Ernst der gute Herr Draghi würde hier nicht wieder mit Unsummen von Geld einspringen?
    Regeln, Abkommen, Verträge, Gesetze, die Verpflichtung wirtschaftlich verantwortlich zu Handeln haben ihn noch an nichts gehindert.

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