Griechische Banken
EZB lässt Geldhahn offen

Reformen kommen in Griechenland nur schleppend voran, der Schuldenstreit ist weit davon entfernt, gelöst zu werden. Geld für die griechischen Banken gibt es trotzdem. Die EZB rührt die Liquiditätshilfen nicht an.
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Die Europäische Zentralbank (EZB) versorgt einem Insider zufolge die griechischen Banken weiter mit Geld. Die Obergrenze für Liquiditätshilfen der Athener Notenbank an einheimische Institute blieb jedoch unverändert bei 80,2 Milliarden Euro, wie Reuters am Mittwoch von einem Insider aus der Bankenbranche erfuhr. „Damit verbleibt ein ungenutzter Liquiditätspuffer von drei Milliarden Euro”, hieß es weiter.

Die europäischen Währungshüter entscheiden mittlerweile wöchentlich über den Rahmen für die im Fachjargon „ELA” genannten Hilfen. Mit der Dosierung der Hilfen hält EZB-Präsident Mario Draghi den Druck auf die griechische Regierung aufrecht, mit den internationalen Kreditgebern eine Lösung im Schuldenstreit zu finden. Griechenland verhandelt seit Februar über dringend benötigte Kredite und soll sich als Gegenleistung auf Reformen verpflichten. Dabei hakt es jedoch, da die Regierung bei Streitpunkten wie Renten und Arbeitsmarktreformen keine Kompromisse eingehen will.

Die Banken des Ägäis-Landes sind von den ELA-Hilfen der Athener Notenbank abhängig, die diese den Instituten auf eigenes Risiko gewährt. Denn die Finanzhäuser sind von der direkten Geldversorgung über die EZB weitgehend abgeschnitten, weil diese seit einigen Monaten bonitätsschwache griechische Anleihen nicht mehr als Sicherheiten für frisches Geld annimmt. Die Praxis der ELA-Hilfen ist aber nicht unumstritten: So fordert beispielsweise Bundesbankchef Jens Weidmann eine strikte Einhaltung der Regeln bei diesen Hilfen, die nur vorübergehende Liquiditätsengpässe beheben sollen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Reformen - weiche von mir, Satan!
    ------------------
    Reformen sind in Griechenland ein Tabuwort.
    Tsipras sagt es nicht, auch Varoufakis nicht. Syriza lehnt Reformen kategorisch ab.

    Aber Goldman Sachs-Draghi versorgt Griechenland wöchentlich mit neuen ELA-Krediten.

  • Die EZB nimmt griechische Anleihen nicht mehr als Sicherheit für fließendes Geld.
    Wie sieht es mit Sicherheiten für die ELA-Kredite aus? Die fließen doch permanent
    an die griechischen Bänke, damit der Staatsapparat finanziert werden kann. Mit oder ohne Sicherheiten? Wer haftet hierfür? Wer verarscht uns hier, Draghi oder die Presse oder beide?

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