Großbritannien
Erhöhung des Leitzins zeichnet sich ab

Die Arbeitslosigkeit in Großbritannien ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Allerdings macht die hohe Inflation der Kaufkraft zu schaffen. Nun wird mit der ersten Leitzinserhöhung seit vielen Jahren gerechnet.
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LondonTrotz der Verunsicherung durch den anstehenden EU-Austritt bleibt die Arbeitslosigkeit in Großbritannien so gering wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Quote verharrte zwischen Juni und August mit 4,3 Prozent auf dem niedrigsten Wert seit 1975, wie das Statistikamt am Mittwoch in London mitteilte. Allerdings schrumpft die Kaufkraft der Briten ungeachtet der stabilen Lage am Arbeitsmarkt. Die Löhne wuchsen zwar mit durchschnittlich 2,2 Prozent etwas stärker als gedacht. Die Inflationsrate liegt derzeit allerdings mit drei Prozent so hoch wie seit 2012 nicht mehr, was an der Kaufkraft der Beschäftigten nagt.

Angesichts der höheren Inflation könnte die Bank of England kommenden Monat ihren Leitzins erstmals seit einem Jahrzehnt anheben. „Ich kann nichts in diesen Zahlen erkennen, was die Bank of England von ihrem Kurs abbringen könnte“, sagte Ökonom Sam Hill von RBC Capital Markets zu den Arbeitsmarktdaten. Das britische Pfund wertete in Erwartung der Zinserhöhung auf, da höhere Zinsen die Währung attraktiver machen.

Allerdings gilt nicht als ausgemacht, dass die Notenbank 2018 weitere Zinsschritte folgen lässt. „Sinkende Reallöhne und weniger neue Jobs könnten bedeuten, dass Zinsanhebungen im nächsten Jahr alles andere als sicher sind“, sagte Ökonom James Smith von Global Economics. Die Zahl der Erwerbstätigen legte in den drei Monaten bis August mit 94.000 nur noch etwa halb so stark zu wie im vorangegangenen Zeitraum.

Die Notenbank geht davon aus, dass durch die niedrige Arbeitslosigkeit die Löhne künftig stärker wachsen könnten. Für 2018 rechnet sie mit einem Plus von drei Prozent, für 2019 sogar von 3,25 Prozent. Das könnte das Inflationsziel gefährden, da Unternehmen versuchen dürften, höhere Personalkosten in Form steigender Preise an die Kunden weiterzureichen. Die Zentralbank strebt eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Diese gilt als ideal für die Konjunkturentwicklung. Höhere Zinsen können die Nachfrage nach Krediten und damit Konsum und Investitionen dämpfen, was die Teuerung drücken, aber auch die Konjunktur belasten könnte. Der Leitzins liegt auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Großbritannien: Erhöhung des Leitzins zeichnet sich ab"

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  • GROSSBRITANNIEN
    Erhöhung des Leitzins zeichnet sich ab
    Datum:
    18.10.2017 14:42 Uhr
    Die Arbeitslosigkeit in Großbritannien ist so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Allerdings macht die hohe Inflation der Kaufkraft zu schaffen. Nun wird mit der ersten Leitzinserhöhung seit vielen Jahren gerechnet.

    .....................

    ALSO IST BREXIT DOCH GUT !!!!!

    Und wieso steht diese Europäische Union dann immer noch als der große verlierer bei allem da mit permanente 30 MILLIONEN EU-DAUER ARBEITSLOSEN SEIT 10 JAHREN ???

    KASSIEREN TUN DIE POLITIKER IN DER EU IN BRÜSSEL GENUG aber Erfolge sind keine da !

    dafür aber dann noch einen EU-VERTRAGSBRUCH DES EU-LISSABONNER VERTRAGES um diese Politiker lediglich in gleiche Höhe zu verhalten zu erzwingen und somit Jahr für Jahr 280 Millionen EURO an alle EU-STEUERZAHLER zu KOSTEN und somit zu VERSCHWENDEN !!!

    MIT 280 MILLIONEN EURO JEDES JAHR könnten alle Europäer Ihre bisherige über 700 Watt Staubsauger behalten und die Stromkosten locker bezahlen !

    Für was anderes ist diese EU nicht zu gebrauchen ! WEG MIT DER EU !!!!!


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