Großbritannien
Währungshüter nährt Erwartung an steigende Zinsen

Laut dem Notenbank-Chefvolkswirt Haldane müsse die Option einer Zinserhöhung „ernsthaft ins Auge gefasst werden“, um möglichen Risiken in Zukunft entgegenzustehen. Indes wird die britische Kauflaune zunehmend gebremst.
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LondonIn Großbritannien mehren sich die Signale für eine Zinserhöhung. Notenbank-Chefvolkswirt Andy Haldane sagte am Donnerstag der BBC, eine solche Option müsse „ernsthaft ins Auge gefasst werden“, um die Inflation in Schach zu halten. „Einstweilen sind wir aber zufrieden damit, wo die Zinsen stehen. Doch wir müssen wachsam sein, was auf uns zukommt.“ Haldane hat bereits offen signalisiert, dass er im zweiten Halbjahr für eine Anhebung des Schlüsselsatzes stimmen wolle. Laut Notenbankchef Mark Carney wird dieses Thema in den nächsten Monaten spruchreif. Da sich die Wirtschaft der Vollauslastung nähere, rücke eine solche Entscheidung näher.

Die Stimmung der britischen Konsumenten hat sich unterdessen so stark eingetrübt wie seit zehn Monaten nicht mehr. Das Barometer dazu fiel im Juni auf minus 7,4 Punkte von minus 6,1 Zählern im Mai, wie die EU-Kommission mitteilte. Dies dürfte mit der steigenden Inflation zusammenhängen, die die Kaufkraft der Briten bremst.

Die Teuerungsrate erreichte im Mai mit 2,9 Prozent den höchsten Stand seit vier Jahren, da das schwächelnde Pfund Importe verteuert. Die Landeswährung hat seit dem Brexit-Votum vor einem Jahr mehr als ein Fünftel an Wert gegenüber dem Dollar verloren. Die Währungshüter hatten diesen Monat nur mit knapper Mehrheit von fünf zu drei Stimmen dafür gestimmt, den Leitzins auf dem historischen Tief von 0,25 Prozent zu belassen.

Anhaltende Spekulationen auf eine baldige Straffung der britischen Geldpolitik gaben dem Pfund Auftrieb. Es stieg nach Haldanes Äußerungen kurzzeitig über die Schwelle von 1,30 Dollar. Zuletzt hatte die Bank von England (BoE) ihren Leitzins im Jahr 2007 angehoben – vor Ausbruch der Finanzkrise.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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