Handel mit China-Währung
Bundesbank zieht positive Bilanz

Frankfurt darf seit März 2014 Geschäfte mit der chinesischen Währung Renminbi abwickeln, der Handel ist seither stark angestiegen. Doch andere Finanzplätze wie London und Hongkong machen Frankfurt Konkurrenz.
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Berlin/FrankfurtDer Handel mit der chinesischen Währung in Deutschland hat in den vergangenen Monaten kräftig angezogen. Die hierzulande emittierten Renminbi-Wertpapiere haben sich seit dem vergangenen Frühjahr mehr als vervierfacht, wie die Deutsche Bundesbank am Montag mitteilte. Durch die Ausgabe sogenannter „Goethe Bonds“ und anderer Schuldverschreibungen stieg das Volumen von knapp fünf auf über 21 Milliarden Renminbi (knapp 3,1 Milliarden Euro).

„Wir können bereits jetzt auf eine sehr positive Entwicklung des Renminbi-Geschäfts in Deutschland zurückblicken“, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Nagel. Die von deutschen Finanzmarktteilnehmern gehaltenen Einlagen in Renminbi liegen einer Umfrage zufolge relativ konstant bei rund zwölf Milliarden Euro.

Frankfurt hat im März 2014 die Erlaubnis erhalten, eine internationale Drehscheibe für den Handel mit Chinas Währung zu eröffnen. Einige Banker und Politiker hatten gehofft, dass das Handelsvolumen auf der Plattform höher ausfallen wird als bisher. Über die Clearingbank am Main würden vor allem Handelsgeschäfte von Unternehmen abgewickelt, die Einlagen seien dagegen relativ gering, sagte die Deutsche-Bank-Expertin Linan Liu kürzlich der Nachrichtenagentur Reuters.

Ein zentrales Problem der ausländischen Clearing-Zentren ist der Mangel an Investitionsmöglichkeiten. Wenn es in dem Land nicht genug Produkte in Renminbi gibt, haben die Banken einen Anreiz, die Liquidität nach Hongkong zu verschieben – den mit Abstand größten Offshore-Renminbi-Markt.

Die Entwicklung von weiteren Renminbi-Produkten bleibe deshalb eine wichtige Aufgabe der deutschen Finanzindustrie, sagte Nagel. Das kürzlich angekündigte Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Börse mit zwei Börsenbetreibern aus Shanghai ist aus Nagels Sicht ein Schritt in die richtige Richtung.

Frankfurt konkurriert bei der Abwicklung von Renminbi-Geschäften mit zahlreichen anderen Finanzplätzen, allen voran mit London. Die Plattform in Frankfurt, die von der Bank of China betrieben wird, soll Handelshürden zwischen der Volksrepublik und Deutschland beseitigen. Unternehmen können über die Clearingbank Geschäfte in der chinesischen Währung ohne einen Umweg über andere Handelsplätze abwickeln – und damit verbundene Mehrkosten vermeiden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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