Handelsblatt-Tagung
Asmussen deutet weitere Hilfsmaßnahmen an

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen hat auf einer Handelsblatt-Tagung weitere Hilfsmaßnahmen angedeutet. Asmussen nannte zudem Bedingungen für eine Bankenaufsicht durch die EZB – schon 2013 sei diese aber unmöglich.
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FrankfurtVor der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag hat EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen neue Eingriffe an den Anleihenmärkten angedeutet. Auf der Handelsblatt Jahrestagung „Banken im Umbruch“ in Frankfurt begründete Asmussen weitergehende Maßnahmen mit der zunehmenden Wirkungslosigkeit des Leitzinses.

„Der Zinssatz, der eigentlich ,leiten‘ soll, tut das nur noch sehr eingeschränkt“, sagte Asmussen. In Spanien zahlten kleine Unternehmen für einen Kredit von unter einer Million Euro bei einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren aktuell 6,5 Prozent Zinsen. In Italien seien es 6,2 Prozent, in Deutschland nur rund vier Prozent, so Asmussen – „und das bei gleichem Leitzins“. Erwartet wird, dass der EZB-Rat am Donnerstag ein neues und höchst umstrittenes Anleihekaufprogramm zur Stützung der Schuldenländer beschließen wird.

Der ehemalige Finanzstaatssekretär Asmussen sprach sich für eine Finanzmarktunion mit einer europäischen Bankenaufsicht, einer europäischen Abwicklungsbehörde und einem einheitliches Regelwerk zur Abwicklung von Banken sowie die Organisation der Einlagensicherung auf europäischer Ebene aus. „Alle drei Elemente bedingen sich gegenseitig“, sagte Asmussen. „Man stelle sich einen Hocker mit drei Beinen vor: Fehlt ein Bein, kippt der Hocker um.“

In der kommenden Woche stellt die EU-Kommission ihre Vorstellungen zur europäischen Bankenaufsicht, der sogenannten Bankenunion vor. Die EZB soll laut EU-Kommissar Michel Barnier eine bedeutende Rolle in der Bankenaufsicht spielen. Demnach soll die EZB künftig mehr als 6000 Banken in den Euroländern zentral kontrollieren – möglichst schon ab 1. Januar 2013.

Asmussen zählte die Bedingungen auf, unter denen die EZB Aufgaben der Aufsicht übernehmen werde. Die Preisstabilität müsse vorrangiges Ziel bleiben, die Unabhängigkeit in der Geldpolitik nicht beeinträchtigt werden und die EZB mit allen Instrumenten ausgestattet sein.

„Ohne diese Mindestanforderungen wird aus meiner Sicht die EZB keine Verantwortung übernehmen“, sagte Asmussen. Das EZB-Direktoriumsmitglied sprach sich dafür aus, bei einer Einführung der europäischen Aufsicht zum Jahresanfang 2013 lediglich die systemrelevanten Banken einzubeziehen. Zum Beginn des kommenden Jahres eine europäische Aufsicht für alle Banken des Euroraums zu organisieren, sei „weder zielführend noch darstellbar“.

Das würde eine Aufsicht der Sparkassen durch die EZB zunächst ausschließen. Auf der Handelsblatt Jahrestagung hatte sich zuvor Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon klar gegen die Kontrolle der deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken durch die EZB ausgesprochen. Dies würde nach Asmussens Aussagen zumindest nicht Anfang 2013 in Betracht kommen.

Tobias Döring, Redakteur Unternehmen, Handelsblatt Online
Tobias Döring
Handelsblatt / Chef vom Dienst

Kommentare zu " Handelsblatt-Tagung: Asmussen deutet weitere Hilfsmaßnahmen an"

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  • Da kennen sie aber die "Taten" des Herrn Asmussen und der Goldman-Sachs-Gang zu wenig:
    Fernsehtip:
    Heute, 20.15 ARTE
    GoldmanSachs - Eine Bank lenkt die Welt.



    Asmussen hat die IKB-Bank gemeinsam mit Goldman-Sachs und der Deutschen Bank in den Ruin getrieben. Jetzt sitzt er zusammen mit dem Mitverursacher der Eurokrise Draghi

    (vorher Goldmann-Sachs und streitet nun alles ab) an der Spitze der EZB. Solche Leute gehören ganz wo anders hin!

    Ich kann als Geschädigter Aktionär dem General der CSU nur recht geben mit seiner bekannten Äußerung.

    Ich wünsche, dass die IKB die Verantwortlichen weiter verklagt.

    Soweit bekannt hat diese Bank auch in Frankfurt eine Niederlassung. Hat die IKB nur Schlappschwänze als Anwälte?

    Der Film von ARTE zeigt das Versagen der IKB und der Politik.

  • Und wer wehrt sich gegen diese Haie von Goldman-Sachs u.co. Den Schaden den die angerichtet haben? Politiker, die diese Leute in ihre Ämter gehoben haben, tragen die gleiche Verantwortung, Frau Kanzlerin ist dabei wie immer eingeknickt. Mittäterschaft am Völkerbetrug dieser Welt, Vernichtung von Volksvermögen, die gehören in Den Haag angeklagt und eingesperrt.

  • Sehr richtig erkannt:

    Fernsehtipp:
    Heute, 20.15 ARTE
    GoldmanSachs - Eine Bank lenkt die Welt.

    Asmussen hat die IKB-Bank gemeinsam mit Goldman-Sachs und der Deutschen Bank in den Ruin getrieben. Jetzt sitzt er zusammen mit dem Mitverursacher der Eurokrise Draghi
    (vorher Goldmann-Sachs und streitet nun alles ab) an der Spitze der EZB. Solche Leute gehören ganz wo anders hin!
    Ich kann als Geschädigter Aktionär dem General der CSU nur recht geben mit seiner bekannten Äußerung.
    Ich wünsche, dass die IKB die Verantwortlichen weiter verklagt.
    Soweit bekannt hat diese Bank auch in Frankfurt eine Niederlassung. Hat die IKB nur Schlappschwänze als Anwälte?
    Der Film von ARTE zeigt das Versagen der IKB

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