Hilfsprogramm EZB will Griechen entgegenkommen

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen hat Griechenland ein Entgegenkommen beim Hilfsprogramm signalisiert. Deutliche Abweichungen von den Auflagen seien aber ausgeschlossen.
Update: 01.07.2012 - 16:12 Uhr 66 Kommentare
EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen ist bereit zu einzelnen Änderungen bei griechischem Sparprogramm. Quelle: Reuters

EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen ist bereit zu einzelnen Änderungen bei griechischem Sparprogramm.

(Foto: Reuters)

Nach Zugeständnissen an Spanien und Italien in der Euro-Schuldenkrise kann auch das pleitebedrohte Griechenland auf Erleichterung seines harten Sparprogramms hoffen. Die Europäische Zentralbank (EZB) signalisiert der Regierung in Athen, dass über manche Bedingung verhandelt werden könne. Von den grundsätzlichen Zielen dürfe aber nicht abgewichen werden, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen der Athener Zeitung „Kathimerini“.
Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte schon in der vergangenen Woche Bereitschaft gezeigt, die eine oder andere Auflage nachzuverhandeln.
Bundesbank-Vizechefin Sabine Lautenschläger warnte, bei einer Zuspitzung der Staatsschuldenkrise sei keine europäische Bank vor erheblichen Verlusten geschützt.
Für Griechenland beläuft sich die Summe der Hilfspakete von 2010 und 2012 inzwischen auf zusammen 240 Milliarden Euro. Hinzu kommt ein Schuldenschnitt von 105 Milliarden Euro. Im August braucht das Land die nächste milliardenschwere Kreditrate - sonst ist es pleite. Die Wirtschaft ist in der Rezession, die Sparbemühungen kommen nur langsam voran.

Beim EU-Gipfel in der vergangenen Woche in Brüssel hatte die Regierung in Athen noch einmal zugesichert, den Verpflichtungen gegenüber den Geldgebern nachzukommen. Aber Ministerpräsident Antonis Samaras hatte auch darauf gepocht, dass Änderungen nötig seien, um Arbeitslosigkeit und Rezession zu bekämpfen.
In der kommenden Woche wollen erstmals seit dem griechischen Regierungswechsel Experten der sogenannten Troika aus IWF, EU-Kommission und EZB nach Athen reisen, um die wirtschaftlichen Entwicklungen zu begutachten.
Für EZB-Direktoriumsmitglied Asmussen ist deshalb klar, dass mögliche Entscheidungen erst nach Vorlage der Ergebnisse der Buchprüfung in den nächsten Wochen möglich seien. Wenn die Regierung in Athen sage, „sie möchte die Mischung der Maßnahmen ändern, ist dies etwas, was sicherlich besprochen werden kann“, sagte er. Bei den Zielen des Sparpaktes, sehe er „keinen Rahmen für Änderungen“.

Die Bundesbank warnt
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66 Kommentare zu "Hilfsprogramm: EZB will Griechen entgegenkommen"

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  • die ganze sache war genauso eingetütet bzw. vorbereitet, wie sie konkret abgelaufen ist, alles andere ist blödsinn. die kohle wäre nicht das problem, bloß die ganze geschichte ist eine absolute never-come-back-nummer. was soll das sein: ruhr-besetzung/-kampf, morgenthau-plan, versailles, such dir was aus

  • Sein Vater war Feuerwehrmann. Der ist sein Vorbild wegen seiner Gelassenheit in schwierigen Situationen.

    Also nur nicht aus der Ruhe bringen lassen, das scheint sein Erfolgskonzept zu sein.

  • "Es ist schon interessant, wie abrupt Angela umgefallen ist"

    Ds Arbeitsessen war sehr spät am Abend.

    Erst gab es etwas französischen Wein, dann spanischen Wein, dann mehrmals italienischen Wein bester Sorte, immer wieder nachgeschenkt von Monti...
    und dann fiel sie einfach berauscht um.....;-))

    Dr Kater war schrecklich, als sie vor den Bundestag treten mußte und erkannte, was ihr da passiert war....

    Der ESM ist ja nicht irgendein Vertrag, er ist ein völkerechtlich bindender Vertrag auf Ewigkeit.

  • " Wir befinden uns in einem Zustand der gesellschaftlichen Agonie und politischen Anomie, also Gesetzlosigkeit"

    Obdas BVG das erkennt?

  • "Mit den neuen ESM- Regeln werden die notwendigen Summen nicht mehr vom Staat sondern von den Banken angefordert, die das Geld dann an den Staat leihen."

    Davon kann man ausgehen.
    Denn nichts fürchten diese Staaten mehr - quasi wie der Teufel das Weihwasser - als daß die "schwarzen Männer der Troika" in ihr Land kommt und mal gründlich nachschauen.
    Auch Monti hat sich vehement dagegen gewehrt, deshalb auch der Überraschungsangriff nächtens bei dem Treffen,als Merkel abkassiert wurde.

    Ich hatte vorgestern in einem Kommentar zur Pressekonferenz Merkels geschrieben:

    "Der Vorstoß Montis zu später Nachtstunde war mit Spanien abgesprochen und auch Hollande wußte davon.

    Merkel hat sich einwickeln lassen, die Italiener sind ja vielleicht noch größere Charmeure, als die Franzosen a la Sarkozy. DEN Angriff hat sie einfach geschluckt, weil SO nicht erwartet.

    Zuvor soll es ziemlich heftig unter allen Beteiligten zugegagen sein.

    Merkel, in der Pressekonferenz am nächsten Morgen dazu befragt, ob es eine bilaterale Besprechung mit Monti gegeben habe, man sich abgesondert habe, antwortete etwas UNSICHER und VERLEGEN:

    Sie habe mit Monti hier und da gesprochen, aber NICHT SEPARAT, davon wisse sie nichts, UND man habe über Fußball gesprochen...allgemeines Gelächter in der Presseschar...."

    Nun lese ich bei Welt-Online:

    "Die Stimmung ist schlecht. Droht der Gipfel zu platzen? Merkel und Monti verhandeln mittlerweile auch direkt. Rund zehn Mal gehen sie in dieser Nacht aus der offiziellen Runde, stecken die Köpfe zusammen."

    Merkel hatte hier also dreist gelogen, deshalb die Unsicherheit...

  • [+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

  • Wie Asmussen wohl aussieht, wenn er sich mal nicht eine Glatze rasiert?
    Wie würden die Haare wohl aussehen?

  • @Gast
    "Dass sich ZH an wissenschaftlich ausgebildete Leute richtet, ist hoffentlich nicht Ihr Ernst? Haben Sie mal die Kommentarspalten gelesen?"

    Ähm Mr. Gast, ich kapier ihr Problem nicht wirklich.

    ZH ist ein Blog (aha!), der Meinungsäusserungen und Rumors aus der Finanzbranche posted, die in der Summe in Richtung einer eher libertären Schule der Ökonomie zuzuordnen ist. Deswegen ist die Unterstützung für Ron Paul auch kein Wunder.

    Was ist nochmal ihr Problem mit ZH? Es posted Infos und Gerüchte, die kein normaler Mensch zu Gesicht bekommen sollte?

    Das man nicht alles was im Internet steht, für bare Münze nehmen sollte muss ich nicht wirklich erklären oder?

    Es gibt auch schöne informative Sites in Deutschland und Europa, wie zB:
    http://www.misesinfo.org
    http://wirtschaftlichefreiheit.de
    http://www.openeurope.org.uk
    http://www.querschuesse.de/
    http://www.forum-ordnungspolitik.de/

  • Danke für die site-Empfehlung. Werde ich angehen. In 2007 und fortlaufend war Deutschland eine grosse Finanz-site-Wüste. Das hat sich erheblich geändert, vor allem in letzter Zeit, da nun etlichen klar wird, dass es hier ganz übel um die Wurst geht. Wenn ich vor dem Fernseher sitze, muß ich alle Minute "Guten Morgen" wünschen...
    Und diese neuen deutschen sites bekommen jetzt den Zulauf, den sie verdient haben.
    Selbstverständlich gibt es Defizite bei ZH im Bezug auf die Euro-Zone: die Amis können nämlich bei aller Liebe wirklich nicht verstehen, was hier abgeht. Wenn´s hier schon keiner mehr versteht...
    Wenn ich u. a. ZH lese, dann weil ich mich für den wahren Übeltäter dieser Horror-Story interessiere: das anglo-amerikanische, merkantilistische, verbrecherische, tyrannische, menschenverachtende, zynische, moralisch und geistig zutiefst Verelendete Finanz- und Politiksystem.
    Denn VON DORT kommen die Befehle für uns.
    Und ZH und seine Autoren gehören in den USA zu denen, die diesem System die Maske abreissen.
    Jim Quinn, z.B. macht das alles mühsam in seiner Freizeit und die paar Kröten, die da rum kommen... Und ganz ungefährlich ist es teils auch nicht mehr...
    Gehen Sie da aber nicht leichtfertig in die Kommentarseite, die hätten ein wahres Schlachtfest aus Ihnen gemacht, wenn Sie da von "fortlaufendem Untergangsgeschrei" geschrieben hätten :-)

    Vielen Dank für die anregende und aufregende Diskussion!

  • @whoknows
    Dass sich ZH an wissenschaftlich ausgebildete Leute richtet, ist hoffentlich nicht Ihr Ernst? Haben Sie mal die Kommentarspalten gelesen?
    Und für (korrekte) Infos über europäische Vertragswerke ist ZH ganz sicher keine gute Quelle - siehe EZB - für Europäer ganz sicher nicht, da ist selbst die Bild-Zeitung besser informiert, und auch für Amerikaner bin ich nicht überzeugt, dass der Effekt der Fehler nicht den der Information überwiegt.

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