Historische Niedrigzinsen

EZB treibt Sparer in die Verzweiflung

Die EZB hat den Zins im Euroraum auf ein Rekordtief gesenkt. Die Leidtragenden der Politik des billigen Geldes sind die Sparer. Sie müssen sich mit mickrigen Zinsen abfinden. Doch sie sind nicht die einzigen Verlierer.
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Die EZB hat den Leitzins im Euroraum erstmals seit Einführung des Euro 1999 unter ein Prozent gesenkt. Quelle: dpa

Die EZB hat den Leitzins im Euroraum erstmals seit Einführung des Euro 1999 unter ein Prozent gesenkt.

(Foto: dpa)

Die Märkte hatten es schon vorher eingepreist. Als der EZB-Rat sich am Donnerstag dazu durchrang, die Leitzinsen auf den Rekordtiefstand von 0,75 Prozent zu senken, reagierten sie mit Kursabschlägen. Dabei profitieren die Aktien eigentlich von Zinssenkungen: Je niedriger der Zins, desto attraktiver werden alternative Anlageformen wie Aktien.

Ganz anders sieht es für die Sparer aus. Sie sind die Leidtragenden niedriger Zinsen. Seit Jahresbeginn sind beispielsweise die Zinsen für das als kurzfristiger Geldparkplatz gedachte Tagesgeld bei Banken und Sparkassen um gut ein Fünftel gesunken. Viele Institute sind offenbar nicht auf das Kapital vor allem privater Anleger angewiesen, weil sie billiges Geld von der Zentralbank bekommen.

Und mit den 1,38 Prozent Zinsen, die die Frankfurter Finanzberatung FMH aktuell durchschnittlich errechnet, dürfte der Boden noch nicht erreicht sein. Denn in der Regel passen die Geschäftsbanken bei einer Leitzinssenkung auch ihre Konditionen für das Tagesgeld an, wie Sigrid Herbst von FMH sagt: „Vor allem Sparkassen und Volksbanken nehmen Zinssenkungen gern mit."

Zwar zahlen die Tagesgeld-Anbieter mit den höchsten Zinsen immer noch 2,5 Prozent im Jahr - rund fünfmal so viel, wie der Deutsche im Durchschnitt auf dem Sparbuch bekommt. Doch gehören die Sparer immer stärker zu den Verlierern der Geldpolitik.

Denn mit diesen Renditen verlieren sie Jahr für Jahr Geld. Ungefähr vier Prozent müssen ihre Anlagen nominal einbringen, damit sie nach Abzug von Kosten und Steuern sowie unter Berücksichtigung der Inflationsrate den Wert ihres Sparkapitals erhalten.

Die allermeisten der Millionen von Sparern hierzulande, die nach Berechnungen der Deutschen Bundesbank 1,9 Billionen Euro auf Konten liegen haben, dürften also - real - immer mehr Geld verlieren.

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48 Kommentare zu "Historische Niedrigzinsen: EZB treibt Sparer in die Verzweiflung"

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  • Es dürfte reichen, wenn 10 Prozent der Bevölkerung mitmachen.

  • Sie sprechen mir aus dem Herzen!

  • 'der an und für sich guten Sache'. Nennen sie eine einzige gute Sache. Was ist denn gut daran, wenn der ehrliche, steuerzahlende, arbeitende Bürger, einmal erfahren muss, dass sein Erspartes Geld weginflationiert ist, dass er durch den Wahnsinns Experiment Euro durch die Bankenunion nun für die maroden Banken im Süden mitbürgt, dass er mehr steuern zahlen muss, damit die Menschen in Frankreich mit 60 in Rente gehen können...

  • Und auf diesen Schwachsinn gibt es 10 positive Reaktionen, hier demontieren sich die EuroGegner selbst und schaden der an und für sich guten Sache

  • Der Deutsche ist eben selten dämlich bzw. einfältig. Dumm, dümmer, deutsch - das ist mein Spruch !! Frau Merkel hat die höchste Zustimmung in der Bevölkerung laut Umfragen (wenn diese stimmen). Da sieht man doch wie verblödet das Volk ist. Erst wenn es an den eigenen Geldbeutel geht, werden diese einfältigen Bürger aufwachen.
    Die Politiker sagen doch immer. Es geht nicht um die Rettung der Banken, sondern ausschließlich um den Schutz der Sparvermögen der Bürger. Da seht ihr es, wie die Politiker die Spareinlagen der Bürger schützen. Der dumme deutsche Michel hat es nicht anders verdient.
    An dem Tag, an dem sich Frau Merkel hinstellt und sagt:" Es ist leider alternativlos aber wir müssen die Mehrwertsteuer auf 25 % anheben, Rente gibt es erst ab 69 und dann nur Mindestente von 700 Euro. Zudem müsen noch Sozialleistungen gestrichen werden, an dem Tag öffene ich eine Flasche Champagner. Denn dann hat der dumme deutsche Michel das bekommen, was er verdient. Ich habe mein Vaterland immer sehr geliebt und es ist traurig als Deutscher so etwas sagen zu müssen.
    Aber dass das Volk so dumm ist, hätte ich nie gedacht. Immer schön CDU, SPD, FDP und Grüne wählen.
    Wegen einem Bahnhof gehen die Leute in Stuttgart auf die Straße - wenn es um unsere Zukunft geht bleiben sie zu Hause.

  • @FlashGordon

    Also bei meinem ist das Speedlimit schon länger hochgesetzt worden. Das Problem ist, man gewöhnt sich zu schnell daran. Dann will man irgendwann noch schneller fahren. Sozusagen PS- u. Speed-Inflation :-)

  • Sorry, sollte heißen "auf fast 0 %.

  • liebe sparer.
    ganz egal was man euch gerade erzählt. ganz egal ob schäuble oder der ifo sinn recht haben. euer geld ist so gut wie weg. es sei denn, ihr kauft euch edelmetalle.
    alles andere ist augenauswischerei. alles geht oder bleibt zu 100 prozent bei den banken.
    da könnt ihr euch sicher sein.

  • Glück für das System, dass die Masse immer noch saudumm ist und Begriffe wie "Geldentwertung" nicht kennt!!

  • Das ist Schwachsinn!

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