Immobilienwirtschaft EZB-Direktorin: Immobilienkreditvergabe in Niederlanden zu locker

In den Niederlanden haben sich Einkommen und Immobilienpreise entkoppelt. Ein Kredit sei zu leicht zu kriegen, meint Sabine Lautenschläger.
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Sabine Lautenschläger ist Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank und frühere Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank. Quelle: dpa
Sabine Lautenschläger

Sabine Lautenschläger ist Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank und frühere Vizepräsidentin der Deutschen Bundesbank.

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FrankfurtEZB-Direktorin Sabine Lautenschläger hat vor einer zu laschen Vergabe von Immobilienkrediten in den Niederlanden gewarnt. Dort würden im Verhältnis zum jeweiligen Wert der Objekte größere Hypothekenschulden aufgenommen als in anderen Ländern, sagte das Mitglied im sechsköpfigen Führungsteam der Euro-Notenbank am Donnerstag in Amsterdam laut Redetext. „Zusammen mit dem hohen Verschuldungsniveau der Haushalte ist dies ein Risiko für die Finanzstabilität“. Lautenschläger ist auch Vize-Chefin der unter dem Dach der EZB angesiedelten Bankenaufsicht.

In den Niederlanden gebe es mehr Steuererleichterungen für Hypothekenkredite als in anderen Staaten. Das macht die Haushalte aus Sicht der EZB-Direktorin bei der Verschuldung mit Hypotheken noch anfälliger. „Es wäre daher sinnvoll, den Abbau von Steuererleichterungen zu beschleunigen.“ Die Preise für Wohnimmobilien seien in den Niederlanden seit 2013 kräftig gestiegen. Vor allem auf die großen Städte treffe dies zu, wo es inzwischen Anzeichen für eine Überbewertung gebe. „Die Preise sind schneller gestiegen als die Einkommen der Haushalte.“

Auch in Deutschland sind in den Großstädten die Immobilienpreise zuletzt kräftig nach oben geschossen. Laut Bundesbank erfasst hierzulande die Preisspirale auch immer mehr kleinere Städte und Gemeinden. Experten zufolge wird sich der Immobilienboom auch dieses Jahr fortsetzen.

  • rtr
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