Inflation Euro-Zone
Langsam wird es teurer

Die Inflation der Euro-Zone bewegt sich im Oktober auf Nullniveau. Die Wirkung von Draghis Anleihenkaufprogramm bleibt überschaubar. Dass die Rate nicht weiter fällt, könnte die Notenbanker aber beruhigen.

LuxemburgWie sehr sich die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrem Anleihenkaufprogramm auch bemüht, die Preise in der Euro-Zone anzukurbeln – sie steigen so gut wie gar nicht. Doch nun sehen die europäischen Statistikbehörden einen (zugegebenermaßen kleinen) Hoffnungsschummer: Die jährliche Inflationsrate erreichte im Oktober nach einer ersten Schätzung 0,0 Prozent, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg am Freitag mitteilte. Im Vormonat hatte sie noch bei minus 0,1 Prozent gelegen.

Dass die Preise weiterhin niedrig bleiben, ist vor allem dem billigen Öl zu verdanken. Energie war im Oktober 8,7 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor, nach einem Rückgang von 8,9 Prozent im September. Lebens- und Genussmittel waren dagegen 1,5 Prozent teurer. Dienstleistungen verteuerten sich um 1,3 Prozent, Industriegüter um 0,4 Prozent.

Lässt man die Preissteigerungen für Energie sowie die Nahrungs- und Genussmittel aus der Rechnung raus, stieg die Kerninflationsrate von 0,9 auf 1,0 Prozent. Sie gibt den grundlegenden Preistrend besser an als die Gesamtinflation.

Wegen der anhaltend schwachen Teuerung steuert die Europäische Zentralbank (EZB) auf eine zusätzliche Lockerung ihrer Geldpolitik zu. Mit 0,0 Prozent liegt die Inflation im gemeinsamen Währungsraum weiter deutlich unter dem Zielwert der EZB für die Preisstabilität. Die Notenbank strebt mittelfristig knapp zwei Prozent an.

Wie die EZB darauf reagieren soll – darüber sind sich die Notenbankexperten uneinig. In der vergangenen Woche kündigte EZB-Chef Mario Draghi auf der Pressekonferenz der EZB an, innerhalb des Mandates zu handeln und im Dezember zu prüfen, inwieweit die bisherige Politik der Notenbank angemessen ist. Als eine Möglichkeit gelten eine Ausweitung der Wertpapierkäufe. Auch eine weitere Absenkung des Zinses für Bankeinlagen bei der EZB, der bereits negativ ist, ist denkbar.

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