Inflation in der Euro-Zone
Billiges Öl drückt die Lebenshaltungskosten

Verbraucher freuen sich, Notenbanker sind besorgt: Die Preise in der Euro-Zone sind im April wieder gesunken. Die milliardenschweren Finanzspritzen der EZB können den Effekt sinkender Energiepreise nicht ausgleichen.

LuxemburgTrotz der Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) fallen die Preise im Euro-Raum. Sie sanken im April um 0,2 Prozent, wie das Europäische Statistikamt am Mittwoch mitteilte. Es bestätigte damit eine frühere Schätzzahl. Im März hatten die Lebenshaltungskosten zum Vorjahr noch stagniert. Insbesondere das günstige Öl drückte die Inflationsrate. Die Energiepreise waren im April um 8,7 Prozent niedriger als vor Jahresfrist.

Die EZB strebt eine Teuerung von knapp zwei Prozent an, die als ideal für die Wirtschaft gilt. Die Notenbank versucht mit einer ultra-lockeren Geldpolitik, die Inflationsrate nach oben zu hieven. Sie kauft mittlerweile monatlich Wertpapiere für rund 80 Milliarden Euro auf und will demnächst auch Firmenanleihen erwerben, um der Wirtschaft einen Extra-Schub zu verleihen.

Der Chef der italienischen Notenbank, Ignazio Visco, sagte dem Handelsblatt, die geldpolitischen Maßnahmen der EZB seien alternativlos: „Was wir getan haben, musste getan werden.“ Ohne das Programm der Anleihekäufe wäre die Inflationsrate noch wesentlich niedriger, als sie ist. „Gegenwärtig würden wir einen stärkeren Preisrückgang verzeichnen“, zeigte er sich überzeugt von der Wirksamkeit der Eingriffe in den Markt.

Auch nach Ansicht des französischen Notenbankchefs Francois Villeroy de Galhau wird die lockere Geldpolitik dafür sorgen, dass die Inflation von 2016 bis 2018 jährlich im Durchschnitt um 0,5 Prozentpunkte nach oben getrieben wird.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
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