Internationaler Währungsfonds
„China kann Wachstum mittelfristig halten“

China baut seine Wirtschaft um und will nicht mehr so stark von Exporten abhängig sein. Der Internationale Währungsfonds glaubt, dass die Volksrepublik so ihr kräftiges Wachstum mittelfristig halten kann.
  • 0

Washington/BerlinChina kann nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) auch in den kommenden Jahren die Wachstumslokomotive für die Weltwirtschaft spielen. „China hat das Potenzial, über die mittlere Sicht sein kräftiges Wachstum zu halten“, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten IWF-Länderbericht.

Allerdings müsse die Volksrepublik ihre Reformen beschleunigen und die Abhängigkeit von Krediten reduzieren. Der Fonds hatte kürzlich seine Wachstumsprognosen für China leicht auf 6,7 Prozent in diesem und 6,4 Prozent im nächsten Jahr nach oben revidiert. In den Jahren danach erwartet der IWF dann aber eine Verlangsamung bis auf 5,8 Prozent 2022. Im internationalen Vergleich wäre das immer noch viel.

Dass das Wirtschaftswachstum entgegen früheren Erwartungen 2017 das Tempo des Vorjahres halten dürfte, schreibt der Fonds finanzpolitischen Impulsen durch die Regierung sowie Reformen zu. Damit sei etwas Druck von der chinesischen Währung genommen worden. „Allerdings ist das auf Kosten einer weiteren kräftigen und fortgesetzten Zunahme der privaten und öffentlichen Verschuldung geschehen.“ Damit gebe es jetzt bei den mittelfristigen Perspektiven Abwärtsrisiken.

China baut seine Wirtschaft gerade um, will den Konsum stärken und nicht mehr so stark von Exporten abhängig sein. Dadurch dürfte auch der sogenannte Leistungsbilanzüberschuss in den nächsten Jahren zurückgehen. Die Handelsüberschüsse der Volksrepublik sind vor allem US-Präsident Donald Trump – ebenso wie im Falle Deutschlands – ein Dorn im Auge. Er droht deswegen mit Gegenmaßnahmen.

Der IWF rät China angesichts der hohen Verschuldung, mehr Aufmerksamkeit auf die Reduzierung von Risiken für die Finanzstabilität zu legen. Dabei seien vor allem schärfere Regulierungen und mehr staatliche Aufsicht nötig. Um den Konsum zu stärken, müsse es mehr Ausgaben im Sozialbereich geben. Zudem sollte China das Klima für ausländische Investoren verbessern, etwa indem Marktzugangsbarrieren abgebaut werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Internationaler Währungsfonds: „China kann Wachstum mittelfristig halten“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%