Internationaler Währungsfonds IWF
Lagarde-Nachfolger wohl nicht aus Europa

„Unglaublicher Anachronismus“: IWF-Vizechef David Lipton kritisierte die Praxis, dass den Internationalen Wöhrungsfonds immer Europäer leiteten. Christine Lagardes Nachfolger soll deswegen nicht aus Europa stammen.
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AthenDer Nachfolger von Christine Lagarde an der Spitze des Internationalen Währungsfonds kommt nach Einschätzung ihres Vizes David Lipton wahrscheinlich nicht aus Europa. Die Tradition, dass ein Europäer dem IWF vorstehe und ein Amerikaner der Weltbank, komme zunehmend unter Druck, sagte der US-Amerikaner Lipton in einem BBC-Interview am Samstag.

Die nächste Ernennung werde komplett auf den Qualifikationen der Kandidaten beruhen. Deswegen halte er es für wahrscheinlicher als jemals zuvor, dass der Lagarde-Nachfolger aus einem nicht-europäischen Land komme. Ebenfalls im BBC-Interview äußerte sich der frühere IWF-Chefökonom Kenneth Rogoff.

Er bezeichnete die bisher gültige Praxis als einen „unglaublichen Anachronismus“, der in der derzeitigen Euro-Zonen-Krise zunehmend kritisiert worden sei.

Die frühere französische Finanzministerin Lagarde übernahm den Posten 2011, nachdem ihr Landsmann Dominique Strauss-Kahn wegen eines Sex-Skandals zurücktreten musste. Ihre fünfjährige Amtszeit endet Ende nächsten Jahres. Vergangenen Monat hatte Lagarde erklärt, eine erneute Kandidatur in Erwägung zu ziehen, sollte sie die Unterstützung der IWF-Mitglieder besitzen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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