Internationaler Währungsfonds
IWF warnt vor Folgen dauerhafter Niedrigzinsen

In einer Studie warnt der IWF vor hohen Risiken für die Finanzbranche angesichts der Niedrigzinsen und des behäbigen Wachstums in den Industrieländern. Das Niedrigzinsumfeld könne noch eine Weile bestehen bleiben.
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BerlinDer Internationale Währungsfonds (IWF) hat vor hohen Risiken für die Finanzbranche gewarnt, falls es in den Industrieländern auf Dauer bei Niedrig-Zinsen und behäbigem Wachstum bleibt. Auch wenn die langfristigen Zinsen inzwischen wieder nach oben tendierten, sei nicht garantiert, das das Niedrigzinsumfeld endgültig und dauerhaft verlassen wird, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten IWF-Studie. Das Beispiel Japan zeige, wie sich das auf die Banken des Landes auswirke. Aber auch Versicherungen, Pensionsfonds und Vermögensverwaltungen müssten ihr Geschäftsmodell dann ändern, schreibt der IWF. Die Politik habe es in der Hand, solche Anpassungen zu erleichtern.

In einer weiteren Studie kommt der IWF zu dem Ergebnis, dass die Nationalstaaten trotz der wachsenden weltweiten Vernetzung immer noch erhebliche Spielräume hätten, um ihre jeweiligen Finanzierungsbedingungen eigenständig zu gestalten und eigene Prioritäten zu setzen. Den IWF-Experten zufolge werden in den Ländern 20 bis 40 Prozent der finanzwirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch globale Ereignisse vorgegeben. „Das gibt den politischen Entscheidern noch erhebliche Möglichkeiten für eigenes Handeln“, hieß es in dem Expertenbericht.

Das Maß an Kontrolle, das die Länder über die ihre Finanzbedingungen hätten, habe in den vergangenen beiden Jahrzehnten nur geringfügig abgenommen. Es werde für die nationale Politik aber immer schwieriger, rechtzeitig und effektiv auf externe Ereignisse, wie etwa eine Zinsänderung in den USA, zu reagieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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