Japan
Anwärter auf Notenbank-Chefposten will Geldflut eindämmen

Der als künftiger Notenbankchef Japans gehandelte Ökonom Kazumasa Iwata hat eine Eindämmung der Geldflut gefordert. Im Interview sprach er sich dafür aus, das Volumen der Anleihenkäufe der Bank of Japan zu halbieren.
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TokioDer als künftiger Notenbankchef Japans gehandelte Ökonom Kazumasa Iwata hat eine Eindämmung der Geldflut gefordert. In einem am Dienstag veröffentlichten Reuters-Interview sprach er sich dafür aus, das Volumen der Anleihenkäufe der Bank of Japan (BoJ) zu halbieren.

„Das würde die Geldpolitik nachhaltiger machen“, sagte der Ex-Vizechef der Notenbank (2003-2008), dem Chancen auf die Nachfolge von BoJ-Gouverneur Haruhiko Kuroda eingeräumt werden. Dessen fünfjährige Amtszeit läuft im April 2018 aus.

Die BoJ versucht mit erheblichem Aufwand, die Konjunktur anzuschieben und die vor sich hindümpelnde Inflation anzuheizen. Sie kauft Anleihen und andere Wertpapiere im Volumen von jährlich 80 Billionen Yen, umgerechnet rund 614 Milliarden Euro.

Auf breiter Front fallende Preise hatten die Konjunktur des asiatischen Landes lange gefesselt. Verbraucher hielten sich in der Hoffnung auf Schnäppchen zurück, Löhne sanken und Firmen stellten Investitionen zurück. Die BoJ geht davon aus, dass sie die Inflation bis 2020 auf den Zielwert von 2,0 Prozent treiben kann.

Iwata hält dies für zu ambitioniert: „Selbst der Weg zum Ziel einer Inflationsrate von einem Prozent scheint ziemlich steinig, wenn man sich die jüngsten Daten ansieht“, so der Ökonom, der Anfang der 70er-Jahre am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) studierte. Die Verbraucherpreise waren im Juni auf Jahressicht nur um 0,4 Prozent gestiegen.

Iwata hatte mit seinem Nein zu einer Zinserhöhung während der heraufziehenden globalen Finanzkrise 2007 Aufmerksamkeit erregt. Er warnte damals, das Preisniveau rechtfertige eine geldpolitische Straffung nicht. Als die Zinserhöhung dann doch kam, gab die Inflationsrate nach – und es hagelte Kritik an der Notenbank. Laut Iwata sollte es der BoJ eine Lehre sein, die Preisaussichten nicht zu optimistisch zu beurteilen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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