Kommentar
Das Geldsystem muss grundlegend reformiert werden

Die Aktion der Zentralbanken zielt darauf ab, ein aufgeblähtes Bankensystem flüssig zu halten. Angesichts der derzeitigen Notlage gibt es dazu kaum eine Alternative. Langfristig muss unser Geldsystem reformiert werden.
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FrankfurtDie koordinierte Aktion aller großen Zentralbanken, sich gegenseitig unbegrenzt die eigene Währung zur Verfügung zu stellen und den Preis dafür weiter zu senken, zeigt, wie kritisch sie die Lage des Bankensystems einschätzen. Kern der Verabredung ist, dass die schon bestehende Möglichkeit, jederzeit Dollar abzurufen, verlängert und für die Banken verbilligt wird. Bisher kostet  es die europäsichen Banken etwas über ein Prozent Zins, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) ihnen Dollar leiht, die sie von der Federal Reserve bekommt.

In Zukunft wird es einen halben Prozentpunkt billiger. Das bedeutet: eine Bank, der auslaufende Dollar-Kredite von ihren Geschäftspartnern nicht verlängert werden, kann künftig für etwas über ein halbes  Prozent Zinsen so viel Dollar wie nötig von der EZB holen. US-Banken können sich bei der Federal Reserve zu null bis 0,25 Prozent in Dollar refinanzieren.

Bisher ist es allenfalls ein Dutzend europäische Banken, die zusammen rund zwei Milliarden Dollar von der EZB geliehen haben. Doch alles deutet darauf hin, dass die Kreditmöglichkeit künftig stärker in Anspruch genommen wird. Selbst die Banken, die reichlich Liquidität in Euro haben parken diese täglich verfügbar bei der EZB, offenbar, weil sie sich dagegen absichern wollen, im Bedarfsfall keine Liquidität zu bekommen. Ein Großteil der europäischen Banken bekommt selbst von anderen Banken des Euroraums  kein Geld mehr und ist allein auf die EZB angewiesen. Kurzfristige Dollar-Kredite sind für viele noch schwerer zu bekommen.

Durch den Schritt der Zentralbanken wird weitgehend ausgeschlossen, dass eine Bank ihren Zahlungsverpflichtungen in Fremdwährung nicht mehr nachkommen kann, weil sie sich – soweit sie noch über Sicherheiten verfügt – Kredit in jeder wichtigen Währung von der heimischen Notenbank holen kann. Der Schritt ist eine logische Fortsetzung der Politik, ein aufgeblähtes Bankensystem, in dem viel zu hohe Gewinne gemacht und viel zu hohe Gehälter bezahlt wurden, durch Drucken von immer mehr Geld flüssig zu halten. Weil im derzeitigen System jede Bankenpleite ein extrem hohes Ansteckungsrisiko birgt und die Wirtschaft in den Abgrund reißen kann, gibt es dazu kaum eine Alternative. Aber, wenn die Krise irgendwann einmal ausgestanden ist, muss dieses Geldsystem grundlegend reformiert werden.

 

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent

Kommentare zu " Kommentar: Das Geldsystem muss grundlegend reformiert werden"

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  • Das Geldsystem muss grundlegend reformiert werden siehe:

    B I T C O I N

    http://bitcoin.org/

  • .
    Und natürlich,
    eine Erbschaftssteuer muß außerhalb der Währungsthematik diskutiert und behandelt werden. Zu dieser Problematik gehört dieses Thema nicht.
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    Ich bin zu noch einem weiteren Schluß gekommen.
    Eine mit elektrischer Energie besicherte Währung ist für jeden, der sich in diesem Währungsraum seinen Lebensunterhalt verdienen muß sinnvoll. Nicht nur für ausländische und inländische Gläubiger und Schuldner, auch für den kleinen Mann auf der Straße.

    Solch ein Zahlungsmittel gibt jedem Vertrauen, welches er oder sie auf dem Konto oder in der Tasche hat. Denn wenn diese Währung einmal ausfallen sollte wissen sie, daß der Staat oder der Herausgeber sich zeitlich unbefristet an seine Zusage, eine gesetzlich verankerte Verpflichtung den Geldbetrag mit elektrischer Energie zu begleichen, halten kann ohne daß der Währungsinhaber Wertverluste befürchten müßte. Denn wie beschrieben ist eine KW/h zeitlich uneingeschrenkt wertvoll und der Gegenwert des ausgefallenen Währungsbetrages könnte im Ernstfall auch an die Nachkommen weiter vererbt werden, ohne daß diese Wertverluste erleiden müssten.
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