Kommentar
Europas Notenbanker unter Druck

Die EZB bleibt stur, aber der Druck steigt: Sie ist die einzige Notenbank, die dank ihrer - oft als voreilig krisitierten - Zinserhöhungen überhaupt einen Zinssenkungsspielraum hat.
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Vor den Sommerferien schien die Sache noch klar: Die Europäische Zentralbank hatte sich als erste der großen Zentralbanken auf Zinserhöhungskurs begeben und wirkte entschlossen, den Weg bis zu einem konjunkturneutralen Zinsniveau weiterzugehen. Vorsichtig und Schritt für Schritt natürlich.

Dieser Kurs war schon damals nicht unumstritten: Viele Ökonomen warnten, dass es angesichts der Nachwehen der Finanz- und Wirtschaftskrise besser wäre, die Zinsen länger niedrig zu halten. Nun hat sich die Lage dramatisch geändert.

Nach den Börsenturbulenzen des Sommers rechnet niemand mehr mit weiteren Zinserhöhungen. Die Diskussion dreht sich nun darum, wann die Rezessionsgefahr so groß erscheinen wird, dass die EZB den Leitzinssatz wieder von 1,5 auf 1,0 Prozent herunterschleust. Noch jedenfalls ist das nicht der Fall: Heute hat der Zentralbankrat die Zinsen unverändert gelassen.
Der Druck auf die EZB wird aber noch steigen: Sie ist die einzige Notenbank, die dank ihrer - oft als voreilig krisitierten - Zinserhöhungen überhaupt einen Zinssenkungsspielraum hat. Die Kollegen in den USA, Japan und Großbritannien können nur durch unkonventionelle Geldpolitik die Wirtschaft anzuschieben versuchen, also etwa indem sie noch mehr Anleihen kaufen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Kommentar: Europas Notenbanker unter Druck"

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  • ach Markus,

    in den USA treten gerade die jungen Helden von der Teaparty an. Und die Hoffnung kehrt zurück.

    In Dt. sitzen immer noch die senilen, alten Sesselp....


    Die USA bereitet das Comeback vor
    udn die Eu den Rausschmiss von Dolce-Vita

  • Naja, der Kommentar des Redakteurs wirkt aber auch eher mehr daneben gegriffen, als sachlich beleuchtet.

    Die EZB Geldpolitik ist absolut angemessen und richtig. Im Gegensatz zu anderen Notenbanken, insbesondere die in Amerika scheinen im EZB-Rat richtige Ökonomen zu sitzen, welche sachgerechte Entscheidungen treffen.

    In den USA und offensichtlich auch in der Wirtschaftsredaktion beim Handelsblatt, glaubt man immer noch mit exzessiver Geldmengenausweitung lässt sich Wirtschaftswachstum erzeugen.

  • welche logik! schilda haette seine freude. wie gut ,dass die ezb gravierende fehler macht, da dies ihren handlungsspielraum erhoeht. herrlich!

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