Konjunkturimpuls
Chinas Zentralbank erwägt Lockerung der Geldpolitik

Die chinesische Zentralbank könnte bald auf die niedrigeren Wachstumserwartungen reagieren. Der Chef der chinesischen Zentralbank sieht großen Spielraum für eine Senkung der Mindestreservevorgaben für die Banken.
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PekingDie chinesische Zentralbank behält sich neue Maßnahmen zur Stützung der Konjunktur vor. „Es gibt einen ziemlich großen Spielraum für eine Senkung der Mindestreserveanforderung“, sagte der Notenbankchef Zhou Xiaochuan Zhou am Montag auf der Jahrespressekonferenz in Peking. Derzeit müssen Banken mehr als 20 Prozent ihrer Kundenaneinlagen als Sicherheit bei der Zentralbank hinterlegen. In den 1990er Jahren seien es jedoch nur sechs Prozent gewesen, sagte Zhou. Je niedriger die Mindestreserveanforderung, desto mehr Geld steht den Banken für Kredite an Verbraucher und Unternehmen zur Verfügung, was wiederum Konsum und Investitionen anschieben kann.

Die Zentralbank hatte den Wert im November und Februar in zwei Schritten auf 20,5 Prozent gesenkt, nachdem er zuvor bei einem Rekordhoch von 21,5 Prozent gelegen hatte. Von Reuters befragte Experten rechnen in diesem Jahr mit einer weiteren Absenkung auf 19 Prozent. Grund dafür ist die langsamer wachsende Wirtschaft. Die Regierung erwartet 2012 ein Wachstum von nur noch 7,5 Prozent. Es wäre das schwächste seit mehr als zwei Jahrzehnten.

China nimmt sich auch eine Liberalisierung seiner stark kontrollierten Finanzmärkte vor. Das geht aus einer Erklärung der Zentralbank hervor, in der die Ziele für 2012 aufgelistet werden. Demnach sollen die ausländischen Devisenreserven im Volumen von 3,2 Billionen Dollar „mit neuen Ideen und in effektiverer Weise“ verwaltet werden. Außerdem solle der staatliche Zugriff auf die Zinssätze und den Wechselkurs der heimischen Währung Yuan gelockert werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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