Koordination der Geldpolitik Weidmann widerspricht IWF-Chefin Lagarde

IWF-Chefin Christine Lagarde will mehr Koordination der Notenbanken beim Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes. Bundesbankpräsident Weidmann ist jedoch strikt gegen eine Absprache der nationalen Währungshüter.
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Weidmann geht auf Konfrontationskurs mit dem IWF. Quelle: AFP

Weidmann geht auf Konfrontationskurs mit dem IWF.

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WashingtonIWF-Chefin Christine Lagarde hat den Unmut von Bundesbankpräsident Jens Weidmann auf sich gezogen. Der Grund: Lagarde dringt während des IWF-Jahrestreffens der Finanzminister und Notenbankchefs von 188 Ländern darauf, dass sich die Notenbanken stärker abstimmen, wenn sie nach der langen Niedrigzinsphase die Zinsen wieder anheben wollen.

„Das kann nicht bedeuten, dass die Notenbanken sich untereinander zu einer bestimmten Geldpolitik verpflichten. Denn jede Notenbank muss ihr eigenes Mandat erfüllen – und das heißt in der Regel, Preisstabilität im eigenen Währungsraum gewährleisten“, sagte Weidmann. „Die grenzüberschreitenden Auswirkungen geldpolitischer Entscheidungen gilt es dabei in dem Maße zu berücksichtigen, wie sie Folgen für die heimische Preisentwicklung haben“, sagte er.

Lagarde sieht dagegen bei einem unkoordinierten Vorgehen der Notenbanken das Problem neuer Unsicherheiten an den Finanzmärkten und heftiger Reaktionen im Weltfinanzsystem. Anlass ihrer Warnung ist, dass im Sommer allein die Ankündigung der US-Notenbank Fed, demnächst aus der Politik des billigen Geldes aussteigen zu wollen, eine Kapitalflucht in den Schwellenländern auslöste.

Die Folge: In Lateinamerika und Asien schwächte sich das Wachstum deutlich ab. „Wir hoffen, dass die Fed jetzt sehr vorsichtig vorgehen wird“, sagte Lagarde. Und: „Ein koordiniertes Vorgehen der Notenbanken ist wünschenswert.“ Nur so könnten Nebenwirkungen in Drittstaaten vermieden werden.

In dieser Aufforderung sieht Weidmann einen Angriff auf die Unabhängigkeit der Notenbanken. „Ich bin überzeugt: Preisstabilität lässt sich zuverlässig gewährleisten, wenn jede Notenbank sich darauf konzentriert, diese in ihrem Heimatland zu erreichen“, sagte er. Bei dem Thema Zusammenarbeit komme es darauf an, was man unter internationaler Koordination verstehe.

„Selbstverständlich tauschen Notenbanken regelmäßig Informationen aus, um möglichst gut zu verstehen, wie ihre Maßnahmen auf andere Volkswirtschaften wirken. Das ist eine lange geübte Praxis. Das kann aber nicht bedeuten, dass die Notenbanken sich untereinander absprechen“, sagte der Bundesbankchef.

Wenn es zu Verwerfungen in Drittstaaten komme, dann müssten deren Politiker handeln und Schutzmaßnahmen ergreifen. Auch zeitweilige Kapitalverkehrskontrollen der Schwellenländer schloss Weidmann dabei nicht aus.

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17 Kommentare zu "Koordination der Geldpolitik: Weidmann widerspricht IWF-Chefin Lagarde"

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  • Frau Lagarde hat grundsätzlich nicht unrecht, wenn Sie Ziel weltweite Wohlstandssicherung und -mehrung im Auge hat. Einzelne Entscheidungen, die nur ein (eigenes) Ziel vor Augen haben und alle gleichzeitig dieses Ziel zu erreichen versuchen, führen nicht zwangsweise zu einem gemeinsamen Optimum. Wie Nash bereits dadrauf hingewiesen hat, das gemeinsame Optimum ist nur dann erreichbar, wenn mann eigenes und das gemeinsame Ziel gleichzeitig versucht zu erreichen, was unter Umständen beuten könnte, dass das eigene Ziel teilweise oder gänzlich aufgegeben werden müsste. Frau Lagarde hat jedoch die Grundvoraussetzung nicht überprüft. Denn ein solches gemeinsames Ziel weltweit nicht existiert. Es ist auch in Zweifel zu ziehen ob ein solches Ziel existieren wird und wenn existiert - auch international akzeptiert wird. Die Si-Fi-Vorstellungen einer weltweiten Regierung und weltweiten Grenzenlosigkeit, die die Definition einer solchen gemeinsamen Ziels erst ermöglichen würden, gehören in die Bücher und nicht in den seriösen internationalen Diskurs.

  • Was steigende Zinsen? Was haben die den genommen?

    Wie sollen den die USA, Frankreich, England, Kanada, Deutschland usw. die steigenden Zinsen bezahlen? Solange die Staatsschuldenkriese nicht beendet ist, solange bleiben die Zinsen unten. Sollten die Staaten tatsächlich anfangen die Schulden zurückzuzahlen so sinkt der Kapitalbedarf.

  • Der gute Herr Weidmann hat wie so oft recht. Aber seine fundierten Ideen haben nichts mit der globalen Strategie von Obama, FED und Banken wie Goldman Sachs zu tun. Denen geht es um die Weltherrschaft. Der Herr Draghi bei der EZB war ja kein Unfall ;-) Schade, dass es nur sehr wenige Weidmanns gibt. Aber nicht mal unsere Frau Merkel und unser Herr Gauck wagen gegen die aufzubegehren. Auch wenn die Situation schon EXTREM peinlich ist wie der Spionageskandal. Politische Sklaven?

  • 'Koscho' sagt
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    Ja, Weidmann wäre möglicherweise als Kanzler oder auch als Finanzminister in diesen Zeiten gut geeignet.
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    Bloß nicht - Weidmann ist ein monetaristischer Fundamentalist!

    Aber in diesem Punkt hat er trotzdem mehr recht alst unrecht.

    Zwar ist pinktuelle Zusammenarbeit zwischen Notenbanken in Krisenzeiten immer wieder geübte Praxis gewesen - aber aber strukturelle geldpolitische Kumpanei darf daraus nicht werden.

    Daß ein denkbarer Ausstieg der FED aus QE2 Obama und seinen Unterlingen im IWF Kopfschmerzen bereitet darf vor allem die EZB nicht beeinflußen.

    Die Tatsache, daß ein Drittel der LTRO-Kredite und ein Siebentel der im Rahmen des SMP erworbenen Staatsanleihen zurückgezahlt wurden, während die FED nach wie vor pro Monat 85 Milliarden für US-Staatsanleihen ausgibt, ist Ausdruck der größeren Stabilität des Euroraums im Vergleich zur Dollarzone.

    Die USA mögen sich dazu gezwungen sehen, ihre Währung weiter mit der Monetarisierung von Staatsschuld zu belasten - in Europa ist das erfreulicherweise nur in Großbritannien erforderlich.

  • Aber aber , Frau Lagarde....wer wird den Zinsabsprachen unter mehreren Finanzinstituten gutheissen oder gar fordern? Das wäre ja dann ein Fall für die Kartellgerichte.....da könnten Sie ja gleich der MAFIA (Goldman und Co.) beitreten.....

  • Je mehr Zeit vergeht, desto effizienter muss die Lösung werden: DM jetzt!

  • @Lungomolch
    Tja, leider ein wenig zu kurz gesprungen!
    Das waere richtig, waere die FED eine staatliche Eunrichtung!
    So aber gehen zwar niedrige Zinsen, aber immerhin an private Glaeubiger und was noch interessenater fuer die ist, auch die verpfaendeten Werte! Also alle Assets, des gesamten Volkes. Enteignung nennt man sowas!

  • Was Frau Lagarde gerne hätte ist eine Weltzentralbank light. Wenn sich eine vereinte Weltbank momentan nicht machen lässt, so sollten die Zentralbanken doch bitte alle das gleiche tun und so agieren, als wären sie eine Gemeinschaft.

    Eine Weltzentralbank ist von angeblichen Verschwörungstheoretikern (ich würde sie eher als Aufklärer bezeichnen) schon lange als eines der Endziele der weltweiten Finanzelite vorhergesagt worden.

  • ... und so wächst das Ponzi Schema bis es eines Tages schlagartig implodiert. Und dabei ist die Frage nicht ob, sondern nur noch wann!

    Und wärend die USA mit immer größeren Schuldgeldern das Ponzi Schema in immer kürzeren Abständen befeuern muss, kaufen andere Zentralbanken soviel physisches Gold wie sie nur können auf und machen bereits die ersten Börsen auf, die nur noch physisch lieferbares Gold handeln. So wird die OAO Moscow Exchange demnächst den Handel mit lieferbaren Silber und Goldbaren für die russischen Investoren und Sparer zu Absicherung anbieten.

  • Tja, natürlich meint´s der Jensi nur gut mit uns Deutschen. Wer wäre denn der wirkliche Verlierer bei einem koordinierten Vorgehen der Notenbanken? Nicht zufällig die private Bankwirtschaft, die dann leider nicht mehr auf Wechselkursbewegungen spekulieren kann?
    Jens Weidmann ist kein vertrauenswürdiger Mensch, sondern genauso ein Freund und Zögling der privaten Hochfinanz, wie unser ehemaliger Bundespräsident Horst Köhler. Nicht zu vergessen seine Rolle bei der "Rettung der HRE" (gemeinsam mit EZB Fips Amussen).

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