Kosten für EZB-Bankenaufsicht
Banken bekommen Millionen-Rechnung

Die Banken im Euroraum müssen über 300 Millionen Euro an die EZB zahlen. Damit sollen die Kosten für die Bankenaufsicht abgedeckt werden. Besonders hoch fällt die Rechnung für die Großbanken aus.
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FrankfurtDie europäischen Banken müssen insgesamt 326 Millionen Euro an die Europäische Zentralbank (EZB) zahlen. Die Gebühr soll die Kosten für die Bankenaufsicht seit dem Start im November 2014 bis Ende 2015 abdecken. Rund 90 Prozent davon (296 Millionen Euro) entfallen auf die von der EZB direkt beaufsichtigten 123 Großbanken. Aus Deutschland sind das 21 Institute, darunter die Deutsche Bank, Commerzbank, aber auch zum Beispiel die Hamburger Sparkasse (Haspa). Die anderen 10 Prozent der Kosten müssen kleinere Banken tragen, die nicht direkt unter EZB-Aufsicht stehen, also zum Beispiel die Volksbanken.

Wie viel ein Institut zahlen muss, bemisst sich nach nach Kriterien wie der Bilanzsumme und den Risikopositionen. In der Konzeptionsphase der Bankenaufsicht hatte die EZB die Spannbreite der Gebühr zwischen 2000 Euro für die kleinsten Banken und etwa 15 Millionen für die größten Geldhäuser angegeben. Damals war die EZB von Kosten in Höhe von 300 Millionen Euro ausgegangen, die jetzt veranschlagten 326 Millionen liegen allerdings leicht darüber.

Nach den ursprünglichen Kalkulationen der EZB fallen mehr als 50 Prozent der Kosten für Personal an. Hinzu kommen operative Kosten wie Reisen, IT ,externe Beratungen und Kosten für die Büroräume in Frankfurt.

Wie hoch die Rechnung letztendlich ausfällt, entscheidet sich aber erst 2016. Ähnlich wie bei der Umsatzsteuer, die die Unternehmen vorauszahlen, müssen die Banken zunächst entsprechend der Kostenschätzung zahlen. Wenn dann im Folgejahr die endgültigen Kosten feststehen, müssen sie entweder nachzahlen oder bekommen einen Teil ihrer Gebühr rückerstattet.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) hatte die Kostenverteilung für die Bankenaufsicht im vergangenen Jahr heftig kritisiert. Als die EZB im Mai 2014 ihre Pläne vorgestellt hatte, kritisierte DSGV-Präsident Georg Fahrenschon sie als „falsches Signal“ und einen weiteren „Schritt hin zur Vollkasko-Mentalität für international tätige Großbanken.“ Aktuell will sich der DSGV dazu nicht äußern.

Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent

Kommentare zu " Kosten für EZB-Bankenaufsicht: Banken bekommen Millionen-Rechnung"

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  • "Besonders hoch fällt die Rechnung für die Großbanken aus. "

    Bekanntlich ist es die neue Aufgabe der EZB systemrelevante Banken zu überwachen. Daraus ergibt sich die Frage, weshalb die Kosten für die Bankenaufsicht von den anderen anderen Instituten ggetragen werden sollen, wenn diese keine "Leistungen" von der EZB beziehen?

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