Leitzins angehoben
Türkische Notenbank kämpft gegen Lira-Abwertung

Die türkische Notenbank hat die Märkte überrascht: Im Kampf gegen die Abwertung der Lira haben die Zentralbanker den Leitzins unerwartet stark angehoben. Außerdem behält sich die Notenbank weitere Schritte vor.
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IstanbulDie türkische Notenbank hat im Kampf gegen den Kursverfall der Landeswährung Lira den Leitzins bereits den zweiten Monat in Folge angehoben. Für Übernachtkredite müssen die Banken nun einen Zins von 7,75 Prozent zahlen, 0,5 Prozentpunkte mehr als zuvor, wie die Notenbank am Dienstag mitteilte. Am Markt war nicht mit einem derart starken Zinsschritt gerechnet worden. Zugleich behält sich die Notenbank weitere Schritte vor.

Die Ankündigung der US-Notenbank Fed, demnächst mit dem Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik zu beginnen, hatte in den vergangenen Wochen die Währungen von Schwellenländern unter Druck gesetzt. Die Lira verlor seit Jahresanfang 8,7 Prozent an Wert.

Die Türkei gilt wegen ihres hohen Leistungsbilanz-Defizits als anfällig. Das Land ist auf ausländische Kapitalzuflüsse angewiesen, um das Defizit zu stoppen. Höhere Zinsen machen türkische Wertpapiere für die Investoren attraktiver. Zugleich belasten sie jedoch das Wachstum. Die Regierung von Recep Tayyip Erdogan strebt für dieses Jahr ein Plus der Wirtschaftsleistung von vier Prozent an, fast doppelt so viel wie im vergangenen Jahr, aber weniger als die Hälfte dessen, was die Türkei noch 2011 geschafft hatte.

Auch die Währungen anderer Schwellenländer haben zuletzt an Wert verloren. So fielen die indische Rupie, der südafrikanische Rand und der brasilianische Real zum Dollar auf den tiefsten Stand seit mehreren Jahren. Am Finanzmarkt wird damit gerechnet, dass die US-Notenbank Fed im September den Kauf von Staatsanleihen drosselt und damit den ersten Schritt in Richtung Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik macht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Hoffentlich lesen diesen Artikel auch ROT/GRÜNE Finanzexperten die uns immer weiß machen, die Türkei muss nach Europa weil die Wirtschaft stabil ist und unglaublich wächst. Warum wohl? Die Lira wird immer schwächer und ist eines Tages wohl nichts Wert. Aber in Deutschen ROT/GRÜNEN Schubladen, liegt vermutlich schon der Rettungsplan für die Türkei. Das ist vermutlich auch langfristig abgesprochen. Schade das der Eintritt der Türkei sich um Jahrzehnte verschoben hat. Nun werden wohl viele Anleger ihr Geld verlieren die auf Deutschland und EU gesetzt haben.

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