Leitzins gesenkt: Türkische Notenbank erhört Erdogans Rufe

Leitzins gesenkt
Türkische Notenbank erhört Erdogans Rufe

Präsident Erdogan hatte den hohen Leitzins gerügt, Ministerpräsident Davotoglu lautstark eine Senkung gefordert. Jetzt reagiert die türkische Zentralbank. Denn die Inflationsrate ist weiterhin hoch.
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IstanbulUnter wachsendem Druck der Politik hat die türkische Zentralbank den Leitzins weiter gesenkt. Sie kappte den Schlüsselsatz zur Versorgung des Bankensystems mit Geld am Dienstag um einen Viertelprozentpunkt auf 7,5 Prozent. Die meisten Experten hatten mit einer Senkung gerechnet.

Die Notenbank sprach von einem maßvollen Schritt. Sie werde weiterhin einen vorsichtigen geldpolitischen Kurs fahren, bis sich die Aussichten auf stabile Preise deutlich verbesserten. Die Inflationsrate lag zuletzt bei 7,24 Prozent und damit nicht mehr ganz so hoch wie Ende 2014, als noch eine Acht vor dem Komma stand.

Die Zentralbank in der Türkei ist unabhängig. Doch die politische Führung des Schwellenlandes hat im Vorfeld der im Juni anstehenden Parlamentswahlen den Druck auf die Währungshüter verstärkt, die maue Wirtschaft mit Zinssenkungen anzukurbeln.

Ministerpräsident Ahmet Davutoglu legte nun nach: Bei einem Besuch in Budapest forderte er die Zentralbank zu „größeren Zinssenkungen“ auf. Auch Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Zentralbank mehrfach wegen des seiner Ansicht nach viel zu hohen Leitzinses gerügt. Durch billigeres Zentralbankgeld sollten mehr Investitionen ermöglicht und Arbeitsplätze geschaffen werden, mahnte der Staatschef.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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