Liveblog
Draghi verspricht Geldschwemme - Börse jubelt nur kurz

Die EZB wagt ein Experiment: Als erste große Notenbank verlangt sie für Einlagen der Banken einen Strafzins. Doch das ist längst nicht alles. Draghi verkündet noch mehr. Verfolgen Sie sein Statement im Liveblog.
  • 35

Die EZB öffnet die Geldschleusen. Banken müssen für ihre Einlagen bei der EZB einen Strafzins zahlen und der Leitzins sinkt. Kommt noch mehr? Draghis Pressekonferenz im Liveblog.

+++ Draghi sieht keine Enteignung +++

Enteignet die EZB die Sparer? „Das ist ein Missverständnis“, sagt Draghi. „Unser Maßnahmenpaket ist genau das Gegenteil davon,“ sagt Draghi. Die EZB sorge für Wachstum. Wenn die Erholung einsetze, dann könnten auch die Zinsen wieder steigen. „Die Sorgen der Sparer sollten ernst genommen werden.“

+++ Noch nicht am Ende +++

Hat die EZB ihr Pulver verschossen? Draghi ist nicht dieser Meinung. „Sind wir am Ende? Nein!“, sagt er auf Nachfrage von Journalisten. „Falls nötig werden wir zügig mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik handeln. Der EZB-Rat ist einhellig in seinem Bekenntnis, im Rahmen seines Mandats unkonventionelle Instrumente zu nutzen, falls es nötig werden sollte, Risiken einer längeren Phase niedriger Zinsen weiter anzugehen.“

+++ Märkte beruhigen sich +++

Die erste Euphorie an den Märkten hat sich gelegt. Nachdem der Dax zunächst bis auf 10.013 Punkten gestiegen war, hat er sich nun deutlich unter 10.000 Punkten eingependelt. Der Euro notiert nur etwa eine Stunde nach Ende der Pressekonferenz wieder über 1,36 Dollar und damit etwa auf dem Niveau vor Bekanntgabe der Zinssenkung.

+++ Nationalistische Parteien bremsen nicht +++
Zu den erstarkenden nationalistischen Parteien in verschiedenen Ländern Europas äußert sich Draghi zurückhaltend. Man müsse sich darüber „Gedanken machen“, aber es führe auch nicht dazu, dass Europa „auf Feld null zurück“ gehen müsse. „Das Europäische Parlament kann weiterhin konstruktiv tätig sein“, sagt Draghi. Und: „Vielfalt ist ein demokratisches Prinzip.“

+++ Reformen statt Steuererhöhungen +++

„Sind wir zufrieden mit den Strukturreformen in einzelnen Ländern?“, fragt Draghi rhetorisch und antwortet: „Ganz klar nein!“ Der Fortschritt sei noch weit davon entfernt, vollständig zu sein. Nötig seien Strukturreformen statt Steuererhöhungen. Die Konsolidierung müsse allerdings in einem wachstumsfreundlichen Umfeld stattfinden.

 

+++ Einstimmige Entscheidung +++

Draghi: „Das heute angekündigte Maßnahmenpaket wurde einstimmig beschlossen.“

+++ Maßnahmen brauchen Zeit +++ 

Draghi erwartet keine schnelle Wirkung der neuen Maßnahmen: „Es wird drei bis vier Quartale dauern, bis wir die Ergebnisse sehen.“

Seite 1:

Draghi verspricht Geldschwemme - Börse jubelt nur kurz

Seite 2:

Seite 3:

Seite 4:

Kommentare zu " Liveblog: Draghi verspricht Geldschwemme - Börse jubelt nur kurz"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Pläne von Bazooka und dicker Berta von Draghi dienen ja dem einzigen Ziel und die Botschaft ist klar: Die „strengen Haushaltsregeln“- das heisst aufmachen der Schleusen für weitere Schuldenzuwächse – sollen gelockert werden, damit Geld frei wird für dringend benötigte Wachstumsimpulse, und zwar nicht nur in Frankreich, wo gerade die Schlüsselindustrie zusammenbricht und Südeuropa, sondern auch in Nordeuropa, weil bisher weder das Securities Markets Programme (SMP) von 2009 noch die Folgeprogramme ESFS, ESM und „Outright Monetary Transactions“ (OMT)-Programm der EZB, über die bereits Milliarden oder vielleicht sogar Billionen – wieviel weiß vielleicht nicht mal der EU-Politiker Draghi selbst – in den Sand gesetzt worden sind. Die Pferde können zwar zur Tränke geführt werden, aber saufen müssen sie selbst, sagt Keynes; das ist nicht nur das Problem von Draghi, sondern seit dessen Einsetzung als Übervater von Kommission, Ministerrat und Parlament auch das Problem Europas, und zwar vor allem seiner Menschen. Denn das Volk büßt immer, was die Könige tun, sagt Horaz. Und gerade die Deutschen wissen ja aus eigener leidvoller Geschichte, wohin das führt; zum Beispiel durch Studium des Programms „Mofa (Metall-Forschungs-GmbH)-Wechsel“ und seiner Folgen des ehemaligen Reichsbank-Diktators Hjalmar Schacht: eine Erholung der Wirtschaft durch Rüstung zu erweitern und durch extensive Schuldausweitung die bestehende Sozialordnung in einer diktatorischen Weise zu zerstören oder zu Gunsten neokapitalistischer Dynastien umzugestalten: Auf diesem Wege ist ja Europa schon seit 2000 (siehe – ILO-Bericht) Dies ist die Alternativlosigkeit, die Marionette Merkel immer so fest betont; und da soll mir einer sagen, Geschichte wiederholt sich nicht: In seinen negativen Merkmalen immer!!! Und immer sind auch die Menschen dabei und stimmen mit zu, damals dem Hitler und heute Mutti Mainstream von der CDU/CSU.

  • @Fat_Bob_Ger1
    Es bezog sich nicht auf die Haushaltspolitik sondern auf die Europapolitik mit ihren unhaltbaren Forderungen für die Südländer.

  • "Unsere" Kalnzlerin ist Physikerin - oder? Fundierte Kenntnisse als Volkswirtschaftlerin wären wohl angebrachter!!
    Draghi ist EU-Südländer und so verhält er sich auch. Unsere auchfür die Altersvorsorge gedachten Ersparnisse bringen: NICHTS !!!! Hallo, da müssen sämtliche Alarmsignale losgehen.
    Es ist schon widerlich und peinlich wie auf die AFD herumgeprügelt wird. Herr Lucke, kämpfen Sie weiter !!!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%