Luis María Linde
Ein Unbekannter an der Spitze von Spaniens Zentralbank

Kaum jemand kennt den neuen Chef der Banco de España. Dafür hat Luis María Linde jede Menge Erfahrung. Der neue Bankenhüter ist ein Vertrauter des Wirtschaftsministers. Gerade deswegen wird er es nicht leicht haben.
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MadridViel Zeit zur Vorbereitung hat er nicht: Erst am Freitag offiziell zum neuen Chef der spanischen Notenbank ernannt, muss Luis María Linde heute seinen neuen Job schon antreten. Gerade mal zwei Tage nachdem die Euro-Länder sich auf milliardenschwere Finanzhilfen für Spaniens Bankenrestrukturierungsfonds FROB geeinigt haben. Der wiederum maßgeblich der Kontrolle der Banco de España und somit also Linde untersteht. Natürlich wird der neue Zentralbankchef auch dafür verantwortlich sein, dass die an die Finanzhilfen geknüpften Auflagen für eine Generalüberholung des spanischen Finanzsystems korrekt umgesetzt werden.

Nicht unbedingt leichter wird seine Mammutaufgabe dadurch, dass der 67-jährige frühere Regierungsbeamte bisher international und sogar in Spanien selbst weitgehend unbekannt ist. Nicht einmal ein aktuelles Foto von ihm fanden die spanischen Medien nach seiner Ernennung. Das einzig verfügbare Exemplar stammt von 1992.

Bis zuletzt hatten viele in Madrid dafür plädiert, einen Mann an die Spitze der Banco de España zu setzen, der einen guten Draht zur Europäischen Zentralbank (EZB) vorweisen kann. Diese Bedingung hätte das bisherige EZB-Führungsmitglied José Manuel González-Páramo erfüllt. "Es stimmt, dass Linde kein großes internationales Prestige hat, aber auch Páramo war international nicht bekannt, als er zur EZB kam - Linde verdient eine Chance", meint José Carlos Díez vom Brokerhaus Intermoney.

Ehemalige Arbeitskollegen beschreiben Linde als umgänglich, aber auch hartnäckig bei der Durchsetzung seiner Ideen. Ein Mann, der gern schnell zur Sache kommt und sogar in seiner Freizeit noch Fachzeitschriften wälzt. Für seine Ernennung zum Notenbankchef waren indes drei Faktoren entscheidend: Zum einen harmoniert Linde im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem vorzeitig zurückgetretenen Miguel Ángel Fernández Ordóñez, mit der aktuellen Regierung. Insbesondere gilt der künftige oberste Bankenhüter als Vertrauter von Wirtschaftsminister Luis de Guindos.

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Schon frühere Bankenkrise erlebt

Kommentare zu " Luis María Linde: Ein Unbekannter an der Spitze von Spaniens Zentralbank"

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  • Graue Eminenzen haben mehr Qualitäten als man gemeinhin annimmt. Vielleicht hocken ja auch in den deutschen Parteien solche Leute, die man einfach nicht nach vorne schicken will.
    Das kann in jede Richtung so sein, aber dieser Mann scheint mir mit seiner Erfahrung tatsächlich geeignet zu sein.
    Besser jedenfalls als Massenpopulisten, die sind einer Theorie zwanghaft angehörig fühlen.

  • Das scheint echter Streber zu sein. So einer für den "Technokrat" keine Beleidigung ist. Vielleicht zieht eine gutes passendes Rezept aus seiner Privatbibliothek. Gefällt mir!

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