Luxemburger Notenbankchef
Mersch soll bis Montag ins EZB-Direktorium

Der Luxemburger Notenbankchef Yves Mersch rückt Kreisen zufolge spätestens am kommenden Montag ins Direktorium der Europäischen Zentralbank auf. Zuletzt hatte das EU-Parlament die Entscheidung verzögert.
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BrüsselNach monatelanger Verzögerung durch das Europäische Parlament rückt der Luxemburger Notenbankchef Yves Mersch Kreisen zufolge spätestens am Montag in das Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) auf. Die schriftliche Abstimmung darüber unter den Finanzministerien der Euro-Zone sei eingeleitet und werde bis Anfang der nächsten Woche abgeschlossen sein, wenn nicht sogar früher, sagten EU-Vertreter, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Ein schriftliches Vorgehen wird in der Regel gewählt, wenn Einigkeit herrscht, die Entscheidung aber aus anderen Gründen vorläufig nicht zu Ende gebracht werden konnte.

Mersch tritt den Kreisen zufolge das Amt offiziell am 15. November an. Die Euro-Staaten sind sich in der Personalfrage bereits seit Juli einig. Das Parlament hat der Entscheidung in der vergangenen Woche jedoch seine Zustimmung versagt.

Damit konnte es die Ernennung zwar nicht stoppen, durch den wiederholten Aufschub der Anhörung des Kandidaten haben die Abgeordneten aber den Vollzug verzögert und damit dem sechsköpfigen Führungsgremium der EZB mitten in der Schuldenkrise eine mehrmonatige Vakanz aufgebürdet.

Das Parlament verlangt von den Staaten, bei hochrangigen Personalentscheidungen dieser Art künftig stärker auch Frauen zu berücksichtigen. Aus seiner Sicht hat der EU-Rat diese Zusage nicht in ausreichend klarer Form gegeben.

Auch der EZB-Rat hat bereits grünes Licht für den Luxemburger gegeben. Mersch ersetzt den Ende Mai ausgeschiedenen Spanier Jose Manuel Gonzalez-Paramo.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Luxemburger Notenbankchef: Mersch soll bis Montag ins EZB-Direktorium"

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  • Wichtig ist doch nur, sogar für Merkel, dass kein Deutscher mehr in die EZB kommt und auch sonst nirgendwo an Schaltstellen vertreten ist.
    Deutschland schafft sich ab

  • Die EU zeigt ihre wahre dreckige Fratze: Demokratie ist ein Auslaufmodell um den Laden der Großmäuler, Politversager, Ignoranten, Finanznullen, Finanzbetrüger, Geldfälscher zusammenzuhalten stört sie nur.

  • Das EU-Parlament ist ein ohnmächtiges Kasperletheater der Regierungen und Verwaltungen. Der Fall Mersch zeigt dies erneut in aller Deutlichkeit. Wenn EU-Parlamentarier ernst genommen werden wollten, müssten sie jetzt einfach solange im Parlament und den Ausschüssen die Arbeit einstellen, bis die Regierungschefs für eine andere Entscheidung sorgen. 24 Direktoren hat die EZB. Alles Kerle. Keine Frau. Eine nachvollziehbare Politik wäre es, bei den nächsten 6 Nachbesetzungen Frauen zu ernennen, um zumindest eine Minderheitenquote von 25 % zu erreichen.

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