Mario Draghi
EZB-Präsident will Einladung des Bundestages annehmen

Mario Draghi wurde in Deutschland zuletzt scharf kritisiert. Nicht nur Sparkassen und Banken ist seine ultra-lockere Geldpolitik ein Dorn im Auge. Nun will der EZB-Chef offenbar vor dem Bundestag Rede und Antwort stehen.

FrankfurtEZB-Präsident Mario Draghi will einem Medienbericht zufolge eine Einladung des Bundestags annehmen. „Natürlich. Es wird mir eine Freude sein“, sagte Draghi in einem Interview der „Bild“-Zeitung, das die Webseite „Business Insider“ am Mittwoch veröffentlichte. Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) hatte bereits im Oktober 2012 den Bundestag besucht und dort für seine umstrittene Strategie zur Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise geworben. Damals sprach er vor Mitgliedern der Ausschüsse für Haushalt, Finanzen und Europa.

Am Dienstag hatte es in Koalitionskreisen geheißen, es sei besprochen worden, dass der Europa-Ausschuss eine offizielle Einladung ausspreche. Der EZB-Präsident wurde in den vergangenen Wochen in Deutschland wegen der ultra-lockeren Geldpolitik der Notenbank scharf angegriffen. Sparkassen und Banken in Deutschland beklagen seit langem, dass ihnen Erträge aus dem Zinsgeschäft wegbrechen. Mehrere Unionspolitiker haben die Bundesregierung aufgefordert, auf eine Änderung der Geldpolitik zu dringen. Finanzminister Wolfgang Schäuble äußerte die Sorge, die EZB könne euro-skeptische Bestrebungen befördern.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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