Marktindikator Swaps
Zweite Fed-Zinserhöhung nicht vor Ende 2016

Kommt die Zinswende bald – oder doch etwas später? Was auch passiert: Marktindikatoren deuten daraufhin, dass eine zweite Erhöhung der Leitzinsen nicht vor 2016 erfolgen wird. Anleger rechnen mit gemächlicher Anhebung.

New YorkBill Gross zufolge wird die US-Notenbank, falls sie im September die Zinsen anhebt, mindestens sechs Monate warten, bevor sie einen zweiten Zinsschritt unternimmt. Marktindikatoren aber deuten an, dass es doppelt so lang dauern könnte.

Geldmarktderivate weisen darauf hin, dass die Federal Funds Rate in einem Jahr bei durchschnittlich 0,60 Prozent liegen wird. Um zwei Anhebungen um jeweils einen Viertel-Prozentpunkt anzuzeigen, müsste der Satz aber höher als 0,625 Prozent sein, wenn man unterstellt, dass der Leitzinssatz nahe der Mitte der offiziellen Bandbreite liegen wird. Seit Dezember 2008 strebt die Notenbank einen Satz zwischen null und 0,25 Prozent an.

„Wenn man sich anschaut, was so alles um uns herum passiert, dann wird die Erwartung einer Einmalaktion, zumindest für eine Weile, allmählich zum Konsens“, sagte Stanley Sun, Stratege bei Nomura Holdings Inc. in New York. „Der Markt preist eine sehr, sehr gemächliche Anhebung ein.“

Im Juni senkte die Fed ihre Medianschätzung für den Leitzins für Ende 2016 auf 1,625 Prozent, von 1,875 Prozent im März. Nach der geldpolitischen Sitzung am 16. und 17. September wird sie ihre Schätzungen aktualisieren.

Die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung noch im September ist auf 32 Prozent zurückgegangen, nachdem sie Ende Juli noch bei 40 Prozent gelegen hatte. Für eine Erhöhung im Oktober liegen die Werte bei 43 Prozent, für Dezember bei 58 Prozent.

Die Fed „wirkt entschlossen“, den Leitzins anzuheben, „und sei es nur um zu beweisen, dass sie auf den Weg zu einer ‚Normalisierung‘ einschwenken kann“, schrieb Gross am Mittwoch in einem Investmentausblick für Janus Capital Group Inc. „Das sollte sie auch – allerdings muss sie ihre Worte bei der September-Sitzung so vorsichtig wählen, dass eine ‚Einmalaktion‘ zunehmend wahrscheinlich ist, zumindest für die nächsten sechs Monate.“

Der andere treibende Faktor für die Finanzmärkte ist China, wo die Zentralbank auf Yuan lautende Vermögenswerte kauft und auf Dollar lautende verkauft, um nach der unerwarteten Abwertung der Landeswährung im August den Wechselkurs zu stützen.

Laut Goldman Sachs Group Inc. sollten Investoren nicht erwarten, dass der Verkauf von US-Staatspapieren durch China die Renditen erhöht, zumindest nicht sofort.

Die chinesischen Treasuries-Verkäufe würden teils dadurch ausgeglichen, dass Investoren Geld in Festzinsprodukten parken, schrieb Francesco Garzarelli von Goldman Sachs in London am Mittwoch in einer Studie.

China war im Juni mit einem Volumen von 1,27 Billionen Dollar der größte ausländische Besitzer von US-Treasuries.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur
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