Medienbericht
Asmussen droht Zypern mit Ende des Hilfsprogramms

Zyperns Vorstoß für eine Abschwächung der Reformauflagen des eigenen Rettungspakets sorgt für Ärger. Der deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen soll damit gedroht haben, die Hilfen für Zypern einzustellen.
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BerlinDie Europäische Zentralbank (EZB) droht Zypern einem Medienbericht zufolge mit dem Abbruch des milliardenschweren Hilfsprogramms. Der deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen habe gedroht, die Hilfen einzustellen, sollte das Euro-Land weiterhin auf Änderungen pochen, berichtete die Tageszeitung "Die Welt" in ihrer Freitagausgabe. Die EZB ist neben der EU-Kommission und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Teil der sogenannten Troika und überwacht die Auflagen und Reformfortschritte Zyperns.

Die Bundesregierung hatte bereits Mitte Juni kritisch auf einen Vorstoß des zyprischen Präsidenten Nikos Anastasiades reagiert, der um Entgegenkommen gebeten hatte. Der Inselstaat bekommt vom IWF und den Euro-Partnern zehn Milliarden Euro, allerdings unter der Voraussetzung, dass das Land erhebliche Sparanstrengungen und Reformen unternimmt. Ohne das Geld droht Zypern die Staatspleite.
Eine Stellungsnahme Asmussens war zunächst nicht erhältlich.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Medienbericht: Asmussen droht Zypern mit Ende des Hilfsprogramms"

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  • Langsam läuft sich die Schuldenkrise weltweit für "Endphasen" warm.

    Würd jetzt "Headman Asmussen" mit seinen zutreffenden Warnhinweisen nicht gleich an den Pranger stellen ( Oberhaupt Monsignore Draghi muss ja aus "bekannten Gründen" auf der Südschiene Stille wahren ).

    Reagieren müssen sie auf alle Fälle, offen bleibt der Zeitpunkt.
    Das "Wunder von Nikosia" kommt ebenso wenig, wie getragene Eulen nach Athena.

    Portugiesen werden in bälde intensive Fadogesänge sogar auf Strassen anstimmen, Viva Espana Rufe werden hilflos im unverkauften Bank-Beton verhallen.

    Haltet ererbte/erstandene Golddenare zusammen, Merkel gewinnt mit Steinbrück die Wahl. Ob beide ihre Konfessions-Binden abnehmen ? Oder um der Sache Willen noch einen drauflegen ?

  • Ich kann mich täuschen, aber ich halte dies für eine Nebelgranate. Angenommen, es braut sich tatsächlich was zusammen - am besten gleich in Frankreich, Italien, Griechenland, Portugal und Spanien gleichzeitig - was würde davon am elegantesten ablenken, wenn man das irrelevanteste EU-Land als Bauernopfer ans Messer liefert, um damit bombastisch zu demonstrieren, wie hart man ist und wie handlungsfähig. Das hätte den großen Vorteil, daß Draghis Italiener außen vor bleiben, was kümmert Resteuropa, was für Dramen dann auf einer isolierten Insel ablaufen - und man kann wie unter dem Brennglas beobachten, was sich da tut. Sobald es gefährlich werden könnte, sagt man einfach "JETZT hat man die Zyprer eingenordet" und kippt wieder Geld rein - und schon ist alles wieder in bester Butter. Daß die genannten Pleitekandidaten dann nach der BTW in sich zusammenbrechen, ist VOR der BTW zunächst mal egal.

  • "Der deutsche EZB-Direktor Jörg Asmussen habe gedroht,
    >>>> die Hilfen einzustellen, sollte das Euro-Land weiterhin auf Änderungen pochen<<<<, berichtete die Tageszeitung "Die Welt" in ihrer Freitagausgabe."
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    Kurz und knapp: Nicht quatschen, sondern handeln und den Geldhahn alternativlos zudrehen!

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