Medienbericht
EZB feilt an Sanierungsplan für Europas Banken

Die "Zeit" nennt Details zur Europäischen Bankenunion. Ab Herbst solle die EZB die Bilanzen der wichtigsten Banken durchleuchten. Eine Rekapitalisierung angeschlagener Institute könnte Anfang 2014 erfolgen.
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Nach einem Bericht der Wochenzeitung "Die Zeit" ist Europäische Zentralbank (EZB) bei der Umsetzung der Pläne für eine Europäische Bankenunion schon weiter als angenommen. Dabei geht es um einen Sanierungsplan für die Banken im Euroraum. Deren Bilanzprobleme werden derzeit als Hauptursache für die schwache Kreditvergabe in den Krisenländern gesehen.

„Viele Vorschläge der EZB wie etwa Zinssenkungen, negative Einlagezinsen oder eine Verbriefung von Mittelstandskrediten dienen dazu, Zeit zu gewinnen, sagt EZB-Experte Michael Schubert von der Commerzbank. Die Pläne zur Sanierung der Banken setzten hingegen bei der Ursache der Krise an.

Die "Zeit" nennt dazu ausführliche Details. Mit der Umsetzung des Vorhabens soll der Leiter der Abteilung Finanzstabilität in der EZB, Ignazio Angeloni, beauftragt worden sein. Ab Herbst sollten die Währungshüter zusammen mit den nationalen Aufsichtsbehörden die Bilanzen wichtiger Finanzinstitute in der Euro-Zone durchleuchten. Es gehe um rund 140 Banken, die etwa 80 Prozent des Markts abdeckten. In der EZB würden bereits Teams gebildet, die zur Not ausrücken und die Bücher direkt in den Banken prüfen könnten. Außerdem wolle die EZB auch auf unabhängige Berater – Wirtschaftsprüfer oder Investmentgesellschaften – zurückgreifen. Mit Ergebnissen werde bis Anfang 2014 gerechnet.  

Wenn die Stresstests vorliegen, soll untersucht werden, wie gut die Banken einen erneuten Einbruch der Konjunktur verkraften. Banken, die Kapitallücken nicht selbst füllen könnten, sollten von den Mitgliedsstaaten rekapitalisiert werden. Notfalls könnten sie dabei auf Kredite des Rettungsschirms ESM zurückgreifen.  

Um die Steuerzahler zu schonen, sollten erstmals auch Aktionäre, Gläubiger und Kunden der betroffenen Banken in größerem Umfang herangezogen werden. Ob der ambitionierte Zeitplan eingehalten werden könne, sei aber nicht klar. Die "Zeit" berichtet, dass es in einigen Ländern Widerstand gegen das Vorhaben gebe. „Vor allem Frankreich und Italien wehren sich dagegen, externen Prüfern Einblick in die Bankbilanzen zu gewähren, “ schreibt die Wochenzeitung.

Mallien Jan
Jan Mallien
Handelsblatt / Geldpolitischer Korrespondent

Kommentare zu " Medienbericht: EZB feilt an Sanierungsplan für Europas Banken"

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  • Stimmt es, dass die Spareinlagen, die Altersversorgung der Deutschen herangezogen werden sollen?

  • Bankenregulierung
    "Basel III ist sehr leicht zu manipulieren"
    Die unter dem Stichwort "Basel III" vereinbarten Regeln zur Eigenkapitalausstattung seien leicht zu manipulieren, warnt Ökonom Martin Hellwig. Politiker und Aufsichtsbehörden hätten sich bei der Erstellung des Regelwerks zu sehr von der Finanzlobby beeinflussen lassen.
    http://www.manager-magazin.de/politik/artikel/a-895186.html

    Soll doch keiner glauben,daß unsere dilletantischen Politiker die Banken , die Mächtigen "kontrollieren" könnten. Ausgerechnet die EUROkraten - der Witz ist echt gut

  • Vielen Dank für den wertvollen Hinweis, "HBV"!

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