Medienbericht : Gewinnrückgang bei der Bundesbank reißt Lücke in Bundeshaushalt

Medienbericht
Gewinnrückgang bei der Bundesbank reißt Lücke in Bundeshaushalt

Im Jahre 2010 hatte die Bundesbank noch 2,2 Milliarden Euro Gewinn ausgewiesen. Das ist nun laut einem Medienbericht anders. Der Überschuss erreicht angeblich den niedrigsten Wert seit sieben Jahren.
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Berlin Die europäische Schuldenkrise hinterlässt nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung deutliche Spuren in der Bilanz der Deutschen Bundesbank. Wie das Blatt unter Berufung auf Kreise des Bundesfinanzministeriums berichtet, ist der Gewinn im vergangenen Jahr auf weniger als eine Milliarde Euro geschrumpft. Der Überschuss liege nur noch im hohen dreistelligen Millionenbereich. Das sei der niedrigste Wert seit sieben Jahren.

Für 2010 hatte die Bundesbank noch 2,2 Milliarden Euro Gewinn ausgewiesen, im Jahr davor sogar 4,1 Milliarden Euro. Zur Begründung hieß es, die Bank habe wegen der wachsenden Risiken im Euroraum mehr Wagnisrückstellungen gebildet. Das habe den Gewinn im abgelaufenen Jahr geschmälert.

Offiziell wird die Bilanz für 2011 Mitte nächster Woche vorgestellt. Wie die Zeitung weiter schreibt, reißt der niedrige Bundesbank-Gewinn eine Lücke von mehr als 1,5 Milliarden Euro in den aktuellen Bundeshaushalt. Laut Haushaltsplan sollte die Bundesbank 2,5 Milliarden Euro Überschuss an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) überweisen.

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Kommentare zu " Medienbericht : Gewinnrückgang bei der Bundesbank reißt Lücke in Bundeshaushalt"

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  • Man kann eben nicht alles haben: Griechenland-Rettung, d.h. einen Aufschub der Insolvenz mit Milliarden-Paketen, und dann noch Milliardengewinne bei der Bundesbank. Das müsste eigentlich jedem Finanzminister klar sei, schon bei der Aufstellung des Haushaltsplanes.

  • Erste Eisberge zeigen ihre Spitzen am Horizont - das Trio infernale (Merkel/Schäuble/Rösler)läßt die MS BRD der Quanta-Costa Linie mit Volldampf auf sie zuhalten .... ;-(

  • völlig korrekt!

    Im Zuge der Euro-"Rettung" hat die Bundesbank gigantische Risiken übernommen, angefangen von den Schrottanleihen der PIIGS bis hin zu den Targetsalden, einer unbesicherten Forderung an die Notenbanken der Krisenländer in Höhe von 500 Mrd EUR.

    Warum macht die Bundesbank das? Weil sie eine Stimme im EZB-Rat hat, genauso wie Zypern oder Malta und bei jeder Entscheidung überstimmt wurde.

    Es ist wirklich ein unglaublicher Skandal, wie Merkel, Schäuble und ein Großteil der Medien den Protest der Bundesbank und von Weber, Stark und Weidmann niederbügeln.

    Dabei hat die Bundesbank über 60 Jahre lang bewiesen, dass sie die Institution mit dem bei weitem höchsten ökonomischen Sachverstand im diesem Land ist. Merkel, Schäuble und die Medien wären gut beraten, auf die Bundesbank zu hören. In unser aller Interesse.

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