Mohamed El-Erian
Von Pimco zur Fed?

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Wer wird die New Yorker Fed leiten?

Ebenfalls gesucht wird ein neuer Chef für die New Yorker Notenbank, die im amerikanischen Zentralbanksystem wegen ihrer Nähe zur Wall Street eine hervorgehobene Stellung hat. Der Chef ist als einziger Leiter einer regionalen Notenbank ständiges stimmberechtigtes Mitglied im Offenmarktausschuss, der über die Zinspolitik entscheidet.

Er wird anders als die Gouverneure in Washington nicht vom Weißen Haus ernannt. Bill Dudley, der die New Yorker Institution seit acht Jahren leitet, wird wohl im Sommer seinen Posten abgeben. Als Nachfolger käme auch ein interner Kandidat infrage, glaubt Peter Hooper, Chefökonom der Deutschen Bank.

Dudleys Stellvertreter, Simon Potter, käme in Frage. Potter leitet den sogenannten Desk der Fed in New York, der die Entscheidungen der Notenbank am Markt umsetzt. Der Ökonomieprofessor, der im britischen Oxford studierte, ist seit 1998 bei der Fed in New York und gilt als gut vernetzt, sowohl innerhalb der Fed, als auch bei Marktteilnehmern. „Das ist wichtig“, betont Hooper, „schließlich braucht man jemanden, der in Krisenzeiten schnell mit einer ganzen Reihe von Parteien Kontakt aufnehmen kann.“

Eine andere Option sei Brian Sack. Er war Potters Vorgänger und arbeitet nun als Ökonom beim New Yorker Hedgefonds D. E. Shaw. Das „Wall Street Journal“ nannte auch Jan Hatzius, den deutschen Chefökonomen von Goldman Sachs, als einen möglichen Kandidaten. Dudley hatte ebenfalls diesen Posten inne, bevor er 2007 zur New Yorker Fed wechselte. Der Chef der Fed in Dallas, Robert Kaplan, ist ebenfalls im Gespräch. Auch er hat bei Goldman Karriere gemacht, arbeitete 23 Jahre bei dem Institut, unter anderem in führender Funktion beim Investment Banking.

So viel Wechsel ist ungewöhnlich für die US-Notenbank. Umso wichtiger wird die Rolle der Experten in der zweiten Reihe. Dutzende promovierte Ökonomen arbeiten in Forschungsteams für die Gouverneure und die regionalen Fed-Präsidenten. „Sie entwickeln etwa neue Indikatoren, um den Zustand der Wirtschaft möglichst genau analysieren zu können“, erklärt Cornell-University-Professor Hockett. „Da geht es zum Beispiel um Fragen wie: Woran erkennt man, ob die Konsumenten zu hoch verschuldet sind? Und: Wie handelt man dann?“

Da die Gouverneure keine eigenen Mitarbeiter haben, sondern auf ein Team von Experten zurückgreifen, bleiben die Forscher meist über Jahrzehnte bei der Fed und haben so reichlich Erfahrung. Janet Yellen wird etwa von dem Deutschen Thomas Laubach beraten, der die geldpolitische Abteilung der Fed und damit deren wichtigsten Arbeitsbereich leitet.

Auch New Yorks Fed-Chef Dudley weiß die Arbeit der erfahrenen Ökonomen zu schätzen. „Die Chefs machen die Arbeit nicht alleine“, sagte er vergangene Woche bei einem Auftritt in New York. „Sie haben wirklich gute Leute, die sie mit wirklich guten Analysen unterstützen und die werden auch weiterhin da sein.“

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Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Korrespondentin New York

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