Nach Stark-Rücktritt
EZB gibt Asmussen den kleinen Ritterschlag

Die EZB schließt die Reihen: Der Vizechef lobt den designierten Chefökonomen Asmussen, auch andere Länder stützen den Deutschen. Und Zentralbankchef Trichet sieht die Glaubwürdigkeit der Notenbank nicht in Gefahr.
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BaselFinanzstaatssekretär Jörg Asmussen ist aus Sicht der EZB als künftiger Chefvolkswirt der Zentralbank geeignet. Asmussen sollte in der Lage sein, das Amt auszufüllen, sagte EZB-Vizepräsident Vitor Constancio am Montag am Rande des Notenbanker-Treffens am Sitz der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hatte Asmussen kurz nach der überraschenden Rücktrittsankündigung von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark am Freitag für den Direktoriumsposten vorgeschlagen. Er bedauere den Abgang Starks, fügte Constancio hinzu.

Grund für den Stark-Rücktritt waren die umstrittenen Aufkäufe von Staatsanleihen von verschuldeten Euro-Staaten wie Italien, Spanien und Griechenland durch die Europäische Zentralbank (EZB), wie aus Kreisen verlautete, die mit Starks Beweggründen vertraut sind. Die Finanzmärkte erwarten mit Spannung, wie sich Asmussen zu diesen Anleihekäufen stellen wird.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet wollte sich zu Personalfragen nicht äußern, sieht aber die Glaubwürdigkeit der Zentralbank nicht durch den Verlust des Chefvolkswirts beschädigt. „Wir haben ein hohes Level an Glaubwürdigkeit, das wir unter allen Umständen bewahren“, sagte Trichet, der in Basel nach einem Treffen internationaler Notenbanker im Global Economy Meeting vor die Presse trat. „Wir halten uns strikt an die Verträge und das in schwierigen Zeiten“, betonte Trichet.

Beobachter werten Starks Rückzug als schweren Schlag für die Glaubwürdigkeit der EZB. Denn er ist schon der zweite deutsche Notenbanker, der offenbar im Streit wegen der Anleihe-Aufkäufe der EZB das Handtuch warf. Zuvor hatte Bundesbank-Präsident Axel Weber seinen Hut genommen. Die EZB hatte in der Krise zuletzt Anleihen Italiens im Milliardenvolumen aufgekauft, um die Marktzinsen für Italien auf ein erträgliches Niveau zu halten. Kritiker halten dies für eine versteckte Finanzhilfe der EZB für Krisenstaaten, die Inflationsgefahren heraufbeschwört.

Mit diesen Problemen muss sich nun Asmussen herumschlagen, der auch schon aus dem Nachbarland Rückendeckung erhielt: Die Niederlande unterstützen seine Kandidatur als Nachfolger des scheidenden EZB-Chefvolkswirts Jürgen Stark. Das teilte der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager am Sonntag mit. Asmussen sei erfahren auf dem Feld der Finanzwirtschaft und kenne die Eurozone und ihre Akteure in- und auswendig. „Die niederländische Regierung hatte immer eine ausgezeichnete Arbeitsbeziehung mit Herrn Asmussen, und wir vertrauen darauf, dass er die Arbeit von Herrn Stark fortsetzen wird“, erklärte de Jager.

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  • Lieber Herr Asmussen, Sie haben mit starken Gegner zu tun, die sind schlau, hinterlistig, falsch und nicht ist ihr heilig.
    Die Antieuro haben der deutsche Geldadel und die deutsche Industrie hinter sich, das Ziel: Europa wirtschaftlich zu beherrschen. Die EU war nur Mittel zu Zweck für sie, das Ziel: eine deutsche Wirtschaftsinteressenzone. Das Ziel ist nah, die Entscheidungsschlacht hat schon begonnen mit unsicherem Ausgang. Viel hängt jetzt von Ihnen ab, Weitsicht oder kurzsichtige deutschnationale Einstellung. Das ist jetzt die Frage. Europa oder Nationaldeutschland!
    Sie haben die weiße Steine und fangen also an.

  • http://www.youtube.com/watch?v=2A2oTnQ06-I

  • Wenn die "Märkte" davon überzeugt wären, dass Asmussen ein auch nur annähernd gleichwertiger Ersatz für Stark wäre, hätten sich die Kurse längst ein wenig erholt. Stattdessen sind sie weiter ins Minus.

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