Neue Banknoten der EZB
Die Euro-Entwicklerin

2013 bringt die Europäische Zentralbank neue Euro-Geldscheine in Umlauf. Eine, die die Banknoten und Sicherheitsmerkmale mitentwickelt hat, ist Elisabeth Schulz. Ein Einblick in das „Currency Development“.
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FrankfurtDie Bürotür von Elisabeth Schulz hat keine Klinke, Eintritt ist unerwünscht. Ein roter Punkt am Namensschild neben der Tür im Gebäude der Europäischen Zentralbank (EZB) signalisiert: „streng vertraulich“. Und im Raum „ET 1607“ im 16. Stockwerk des Eurotowers steht ein Tresor, der zusammen mit dem breiten Schreibtisch den kleinen Raum nahezu ausfüllt. Der sei „zum Abreagieren“, sagt Elisabeth Schulz augenzwinkernd, für wütende Momente.

Selbstverständlich ist sein wahrer Zweck ein anderer - erst recht bei einer so ruhig und beherrscht wirkenden Frau wie Schulz. Der Tresor bietet Platz für geheime Dokumente. Denn die 49-Jährige zählt zu einer Abteilung, die zwar klein, aber bedeutend ist: das „Currency Development“. Dahinter verbirgt sich das Expertenteam für die Entwicklung neuer Banknoten und Sicherheitsmerkmale sowie für die Analyse von Falschgeld. Um die Falschgeldanalyse kümmern sich neben Schulz drei weitere Fachkollegen.

Die „zweite Generation“ der Banknoten, die von 2013 an nach und nach im Euro-Raum die bisherigen Euro-Geldscheine ersetzen sollen, haben sie mitentwickelt. Sie haben gemeinsam mit den nationalen Zentralbanken den Fokus auf die Fälschungssicherheit gelegt - und ihr Kernziel verfolgt: Papiergeld sicherer und Fälschern das Handwerk schwerer zu machen.

Der formalen Entscheidung des EZB-Rates - er verantwortet die Ausgabe von Banknoten - ging ein komplizierter Prozess voraus, berichtet Schulz: Bereits seit 2005 habe man an der zweiten Banknotengeneration gearbeitet. Aus etwa 200 Sicherheitsmerkmalen, die auf dem Markt waren, wählten sie die für Banknoten geeigneten aus. Einige sind bekannt, einige werden zu Jahresbeginn offengelegt (siehe Text unten). „Und einige andere werden der Öffentlichkeit nicht preisgegeben“, sagt Schulz geheimnisvoll.

Sie lässt sich nur entlocken, dass Sicherheitsmerkmale für Banknoten zahlreiche Bedingungen erfüllen müssten: Die industrielle Herstellung von Milliarden von Banknoten erfordere spezielle Eigenschaften, zum anderen müsse die Echtheitserkennung so eindeutig wie möglich sein. „Schließlich müssen wir den Fälschern immer zwei Nasenlängen voraus sein“, sagt sie kämpferisch.

Damit das gelingt, arbeiten die EZB-Experten eng mit internationalen Falschgeldexperten, Entwicklern und der Polizei zusammen. Die nationalen Notenbanken der Euro-Mitgliedsländer, aber auch die US-Zentralbank Fed, außerdem Interpol und Europol und der Secret Service zählen zu ihren ständigen Ansprechpartnern.

Kommentare zu " Neue Banknoten der EZB: Die Euro-Entwicklerin"

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  • Der Euro - das einzige legale Falschgeld !

  • Hört der Schwachsinn denn niemals auf? Anstatt den EURO abzuschaffen werden neue Scheine gedruckt! Angefangen mit den 5-EURO Scheinen, wohl weil das der Schein ist der sich am ehesten zu fälschen lohnt. Man benötigt ja nur tausende davon um z.B. ein Auto zu bezahlen...hahahaha, wat'n Schwachsinn...Schafft den EURO lieber ganz schnell völlig ab...höhere Scheine als den 50-EURO Schein nimmt eh kaum noch jemand aus Angst vor Fälschungen. Aber das ist nicht der Punkt. Fakt ist: Die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Länder ist zu unterschiedlich, um einer gemeinsamen Währung Bestand zu geben, wie immer sie auch heißen möge. Die verschuldeten EURO-Länder werden aus dieser Schuldenfalle EURO niemals herauskommen. Es werden immer wieder neue Milliardenstützungen notwendig werden und nach Griechenland steht auch schon Irland parat und verlangt gleiches Recht für Alle. Gebt uns auch Milliarden mit denen wir dann unsere alten Schulden zu Minimalwerten zurückaufen können. Was dem einen Recht ist, ist dem anderen billig. Dem kann sich die EZB nicht verschließen und der Wertevernichtungskreislauf in ganz Europa nimmt seinen Lauf. Denn diese Hilfmilliarden sind nicht erwirtschaftet, sondern gedruckt und vernichten somit immer mehr den Kaufwert der gemeinsamen Währung.

  • als die DM neue Scheine bekam, wurden wieder neue gebracht wegen der Fälschungen. dann kam der Euro, also ein Schelm, der böses dabei denkt, gell?

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