Notenbank in Tokio
Japan pumpt nicht mehr Geld in die Märkte

Die Bank of Japan bleibt ihrer Linie treu. Es bleibt dabei, dass sie jährlich 605 Milliarden Euro in die Märkte pumpt. Einige Marktakteure sind enttäuscht. Sie hatten mit weiteren Maßnahmen der Notenbank gerechnet.
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TokioJapans Notenbank legt im Kampf gegen die Konjunkturflaute derzeit nicht nach. Wie erwartet bestätigte sie am Donnerstag ihr Programm zum Ankauf von Wertpapieren und Anleihen von jährlich rund 80 Billionen Yen (605 Milliarden Euro).

Zusätzliche Maßnahmen beschloss sie nicht. Die Zentralbanker hoffen, dass steigende Löhne und Gehälter sowie der erwartete Aufschwung beim privaten Konsum die Inflationsrate in Richtung der angestrebten zwei Prozent treiben werden. Allerdings ruderte die Bank of Japan (BoJ) nun etwas zurück: Sie erwartet, dass das Ziel spätestens im September nächsten Jahres erreicht wird. Bislang hatte sie Frühjahr 2016 angepeilt.

Notenbankchef Haruhiko Kuroda räumte ein, dass die BoJ etwas zu optimistisch gewesen sei – auch weil der Niedergang des Ölpreises die Inflationsrate drückt. Doch die Preise dürften noch anziehen, sagt Kuroda: „Daher sehe ich zurzeit keinen Grund, die Geldpolitik weiter zu lockern.“ Manche Experten haben Zweifel, dass er bei dieser Meinung bleiben wird. „Wir erwarten, dass die Notenbank zum Ende des zweiten Quartals weitere Lockerungsschritte beschließen wird – wahrscheinlich auf der Sitzung am 19. Juni“, meint Ökonom Izumi Devalier von HSBC.

Über Jahre hinweg lähmte eine Deflation die Konjunktur der weltweit drittgrößten Volkswirtschaft nach den USA und China. Trotz der Geldschwemme der Notenbank ist die Inflationsrate noch immer nicht nahe der Zielmarke: Die Preise stagnierten im Februar, wenn man die Effekte der Mehrwertsteuererhöhung vom April 2014 herausrechnet.

Damit wurde der seit Mai 2013 anhaltende Anstieg gestoppt. In Japan waren die Preise zuvor viele Jahre gefallen - mit fatalen Folgen für die Wirtschaft. Denn Verbraucher hielten sich in der Erwartung immer billigerer Produkte zurück. Firmen verdienten weniger, investierten kaum noch und entließen Mitarbeiter.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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