Notkredite für Banken
US-Notenbanker für Diskontsatz-Erhöhung

Neun Notenbank-Direktoren haben sich für den Anstieg des Diskontsatzes ausgesprochen. Experten deuten Abstimmung als Hinweis für Leitzinserhöhung. Nur zwei Fed-Banken sind gegen die Anhebung des Diskontsatzes.

WashingtonImmer mehr führende US-Notenbanker dringen auf eine Verteuerung der Notkredite für Banken. Vor einer Sitzung im Oktober sprachen sich neun Direktoren für einen Anstieg des Diskontsatzes auf ein Prozent von derzeit 0,75 Prozent aus, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Protokollen des Treffens hervorgeht. Im September waren es acht, nach fünf im Juli und August. Experten werteten die jüngste Abstimmung als einen Hinweis darauf, dass eine Straffung der US-Geldpolitik bevorstehen könnte. Viele Marktteilnehmer erwarten den Schritt für Mitte Dezember. Der amerikanische Leitzins liegt derzeit auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent. Die Fed hält ihn bereits seit Ende 2008 - dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise - nahe null. Eine Erhöhung des Leitzinses hat es seit fast zehn Jahren nicht mehr gegeben.

Das Führungsgremium konnte sich beim letzten Treffen jedoch nicht zu einer Erhöhung durchringen. Zu den Befürwortern einer Anhebung des Diskontsatzes zählen die Federal-Reserve-Banken in Boston, St. Louis, Atlanta, San Francisco, Cleveland, Dallas, Philadelphia, Kansas City und Richmond. Zwei andere regionale Fed-Banken votieren dafür, den Diskontsatz unverändert zu lassen. Die Fed-Bank in Minneapolis stimmte sogar für eine Senkung des Diskontsatzes auf 0,5 Prozent.

Über das als kurzfristige Notfallhilfe gedachte Kreditfenster - im Fachjargon: "primary credit" genannt - können sich Geschäftsbanken bei ihrer jeweiligen regionalen Fed-Filiale Geld zu einem fixen Zinssatz besorgen. Die Refinanzierung über den Diskontsatz ist wesentlich teurer als der normale Gang zur Tränke der Notenbank.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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