Parallelwährung als Lösung?

Ein bisschen Euro für die Griechen geht nicht

Sollten die Griechen eine Parallelwährung zum Euro einführen? Diese Frage spaltet zur Zeit die Ökonomie. Ein Blick in die Geschichte lehrt: Ein „Geuro“ als Zusatzwährung wäre vermutlich keine gute Idee.
  • Philip Faigle und Alexandra Endres
17 Kommentare
Die Debatte über eine Parallelwährung für die Griechen spaltet die Ökonomie. Quelle: Reuters

Die Debatte über eine Parallelwährung für die Griechen spaltet die Ökonomie.

(Foto: Reuters)

HamburgEs ist der Lieblingsvorschlag all jener Ökonomen, die nicht an einen Verbleib Griechenlands in der Währungsunion glauben, vor einem Rausschmiss aber zurückschrecken: Die Regierung in Athen solle einfach eine Parallelwährung einführen – eine Art Zusatzwährung neben dem Euro. Einen "Geuro" etwa, wie es vor Wochen der frühere Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Thomas Mayer vorschlug. Der griechische Staat würde dabei ein Papier ausgeben, auf dem eine Summe steht, die er den Bürgern schuldet. Die Schuldscheine würden dann wie eine zweite Währung im Land zirkulieren.

Solche Ideen hört man jetzt wieder öfter. Selbst CSU-Generelsekretär Alexander Dobrindt empfahl den Griechen zuletzt, sie sollten eine Parallelwährung neben dem Euro einführen. Aber ist das wirklich eine gute Idee?

Auf den ersten Blick wäre die Einführung einer Parallelwährung eine vergleichsweise einfache Lösung: Der griechische Staat könnte die Schuldscheine einfach drucken und unter das Volk bringen, ohne sich an den nervösen Finanzmärkten Geld leihen zu müssen. Auch wäre er dann nicht mehr so stark auf Hilfen der Euro-Partner angewiesen, denen gerade die Lust am Retten vergeht. Griechenland würde sich weniger im Ausland und mehr bei den eigenen Bürgern verschulden.

Zudem würde die neue Währung vermutlich nicht so stabil sein wie der Euro – sie würde also abwerten. Wenn auch die privaten Unternehmen die Währung verwenden, um Gehälter zu zahlen, würden die Lohnkosten sinken. Die heimische Wirtschaft würde so wettbewerbsfähiger gegenüber der internationalen Konkurrenz, was hilfreich für das Exportgeschäft wäre. Wenn die Krise vorbei ist, könnte die Regierung die Schuldscheine einfach wieder einsammeln und in Euro umtauschen.

Klingt ganz gut. Aber es gibt gleich mehrere Haken. Das wird deutlich, wenn man sich die beiden Fälle anschaut, in denen die Regierungen der jüngsten Zeit versucht haben, eine Parallelwährung einzuführen: Kalifornien und Argentinien.

Schuldscheine mit geringem Wert
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17 Kommentare zu "Parallelwährung als Lösung?: Ein bisschen Euro für die Griechen geht nicht"

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  • Zu erst ist die Frage, von wem kommt die Information (Handelsblatt) und was sind die Motive? mit Einführung der „Rentenmark“ als Parallelwährung zur Reichsmark wurde die Hyperinflation von 1919 - 1923 in Deutschland erfolgreich bekämpft. Sie galt von 1923- 1948. Die Situation in D entsprach der GR. Grund warum Rent.M erfolgreich war. Die Geldmenge wurde nie erweitert. Finanzminister Schacht hatte sich erfolgreich gegen Banken durchgesetzt. Heute ist die Geldschöpfung privatisiert (seit 1.1.1994)Die EZB hat keinen Einfluss auf Geldmenge, die bestimmen die Geschäftsbanken. Das ist der Grund. Kirsten Baum

  • Griechenland wollte vor 2 Jahren aus dem Euro austreten, wurde aber daran gehindert. Frau Merkel war strikt dagegen. Warum?

  • So laßt uns doch bitte den EURO komplett beerdigen und nicht noch lange über einen Nord-Euro nachdenken oder über die nächsten Jahre versuchen Spanien, Italien und Portugal vor dem Unvermeidlichen retten zu wollen.

    Aufgrund bei der Einführung des Euro bekannter struktureller und mentaler Unterschiede ist das Projekt gescheitert.
    Ohne die Möglichkeit einer individuellen Auf- oder Abwertung werden Staaten wie GR, IT, SP und PT für immer und ewig von der Hilfe Deutschlands abhängig sein und dieses dafür nach und nach verarmen.

    Es war ein gut gemeinter Traum, aber es geht auch ohne die gemeinsame Währung.

  • 'was-bleibt' sagt
    ------------------
    Fakt ist doch: - Der Euro ist gescheitert.
    ------------------

    Eine hohle Phrase.

    Sind ihre Schuhe gescheitert, weil Sie im Suff umgekippt sind?

    +++

    Was gescheitert ist, ist nicht der Euro.

    Sondern die Bankenregulierung a la Basel, die unsoliden Staaten jahrelang (fast) die gleichen Zinssätze wie Deutschland beschert hat.

    Ohne 'Basel' hätten Banken nicht ihre Eigenkapitalrendite (kurzfristig!) optimiert, indem sie auch noch bei einer Zinsdifferenz von 20 Basispunkten italienische Staatsanleihen deutschen vorziehen.

    Ohne 'Basel' hätten französische Banken nicht Geld an spanische Banken geliehen ohne deren Aktiva selbst unter die Lupe zu nehmen.

    Ohne betrügerische Ratingagenturen und die 'Basel' Bankregulierung wäre es weder zur Subprimekrise noch zur europäischen Staatsschuldenkrise noch zur spanischen Immobilienblase gekommen.

    Weil sie nicht finanziert worden wären.

  • Was geht:
    Die sofortige Bankrotterklärung der griechischen Regierung.
    Und die gleichzeitige Organisation einer Volkszählung.

    Danach schicken wir (mit Freundin) Hr. Schmidt mit Solidaritätsadresse nach Athen.
    Was Hr. Schacht mit der Rentenmark gelang,
    ist schwerlich zu wiederholen.

    PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE!

  • eine gute Idee!

    alle eine zweite Währung.

  • Was ist denn der Unterschied zwischen der Drachme als Parallelwährung und der Drachme als Alleinwährung ?
    Der unterscheid ist doch nur, dass bei der Parallelwährung der Euro noch als Zahlungsmittel akzeptiert werden "muss".

    Sonst gibt es doch gar keinen Unterschied oder ?

    In einigen asiatischen Ländern (z.B.: Kambodscha) ist der Dollar allgemeines Zahlungsmittel, obwohl er nicht gesetzlich akzeptiert werden muss.

    Das funktioniert in diesen Ländern hervorragend. Gibt dann halt täglich neue Umrechnungskurse.

  • Es gibt wie überall TRAUM und WIRKLICHKEIT.

    Der TRAUM ist: Alle Menschen werden Brüder, der Grieche arbeitet so viel wie der Deutsche, alle Mentalitäten sind gleich, keiner mißgönnt dem anderen etwas, alle haben das gleiche Geld und gehen gleich sorgsam damit um. Die Politiker sind für die Menschen da, sie setzen das um, was die Menschen wollen. Die Banken verdienen gut am Kredite vergeben, machen aber nur das.

    Die WIRKLICHKEIT ist: Die Völker Europas wollen gar nicht gleichgemacht werden, der Grieche kann gar nie so viel arbeiten wie der Deutsche, weil es dort einfach viel zu heiß ist, die Mentalitäten sind unterschiedlich - etwas, was gerade den Reiz dieses vielvölkerigen Europas ausmacht. Wenn zwei Staaten eine ähnlich aufgestellte Wirtschaft haben, wird es immer ein wenig Neid und Mißgunst geben (siehe F und D). Das gleiche Geld ist sinnlos, weil die Wirtschaftsleistung unterschiedlich ist; der Deutsche neigt mehr zum sparen, der Italiener mehr zum ausgeben. Die Politiker sind gefangen von Geheimverträgen, von denen das gemeine Volk nichts weiß, gesteuert von Lobbyisten und Bankern und kümmern sich NULL um das, was das Volk will. Der Banken liebste Beschäftigung ist das Zocken und wenn sie sich verzockt haben, werden die Verluste über den Steuerzahler abgerechnet. Und weil dann leider kein Geld mehr da ist, Investitionskredite an den Mittelstand zu tragbaren Konditionen abzugeben, blutet die Wirtschaft aus.

    So siehts aus.

    Und weil es so aussieht, ist dieses Europa mausetot und wird nur noch künstlich am Leben erhalten. Doch der Zeitpunkt der Offenbarung ist nah.

  • Griechenland benötigt wirksame ökonomische Strukturen. Bestehendes gilt es schrittweise neu zu orientieren. Aktuelle Geldmittel fließen wirkungslos durch das System.

  • Diese Diskussion über eine Parallelwährung ist unsinnig.

    Griechenland wird - je eher, desto besser - der Geldhahn zugedreht werden. Und die EZB wird der griechischen Nationalbank den ungedeckten Überziehungskredit sperren.

    Damit sind der griechische Staat und die griechischen Banken sofort pleite.

    Also werden sie eine Drachme einführen müssen, um staatliche Transferleistungen und den Handel mit Gütern des täglichen Bedarfs aufrechtzuerhalten.

    On die Griechen dann per Gesetz auch bestehende Verbindlichkeiten auf Drachme umstellen oder nicht ist Jacke wie Hose.

    Im ersten Fall wäre das ein Schuldenschnitt per Gesetz - also ein Kreditereignis. Und im zweiten Fall wäre das direkter Bankrott also das gleiche in grün.

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