Personalie Bundesbank-Vorstand Dombret tritt ab

Das Bundesbank-Vorstandsmitglied strebt nun keine weitere Amtszeit an. Der 58-Jährige hinterlässt bei der Notenbank eine Lücke.
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Bundesbank: Vorstandsmitglied Andreas Dombret tritt ab Quelle: Bloomberg
Andreas Dombret

Das Bundesbank-Vorstandsmitglied scheidet zum 1. Mai 2018 aus dem Führungsgremium der Notenbank aus.

(Foto: Bloomberg)

Berlin/FrankfurtEiner der präsentesten Köpfe der Bundesbank tritt ab. Der für die Bankenaufsicht zuständige Vorstand Andreas Dombret scheidet mit Ablauf seiner Amtszeit am 1. Mai aus dem Führungsgremium der Notenbank aus.
Der 58-Jährige Deutsch-Amerikaner steht aufgrund seiner Lebensplanung für eine Verlängerung seines Vertrages nicht zur Verfügung, erfuhr das Handelsblatt aus Regierungskreisen. Die Bundesbank bestätigte dies auf Anfrage. „Wir bedauern die Entscheidung von Herrn Dombret und respektieren sie“, sagte ein Sprecher.

Im Umfeld heißt es, dass die Entscheidung seit Längerem gereift sei. Über die Vorstandspersonalien soll Bundesbank-Präsident Jens Weidmann kürzlich mit Bundesfinanzminister Peter Altmaier (CDU) gesprochen haben.

Nach Dombrets Abgang kann die Politik nun sogar zwei Vorstandsposten in der Notenbank neu besetzen: Neben Dombrets Vertrag läuft auch der von Carl-Ludwig Thiele aus. Eine Stelle wird dabei von den Bundesländern nachbesetzt, hier kommt es vor allem auf Niedersachsen an. Als Favorit gilt derzeit der Stadthagener CDU-Europapolitiker Burkhard Balz. Da Dombret ebenfalls als CDU-nah gilt, hätte er es wohl schwer gehabt, selbst wenn er hätte weitermachen wollen. Denn über den zweiten Posten entscheidet die Bundesregierung. Schickt Niedersachsen Balz oder einen anderen CDU-Politiker, wird die SPD diesen Posten wohl beanspruchen.

In seiner achtjährigen Amtszeit war Dombret zunächst für den Bereich Finanzstabilität verantwortlich, den er mit aufgebaut hat. Als Sabine Lautenschläger 2014 aus dem Bundesbank-Vorstand ins Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) wechselte, übernahm er von ihr das Schlüsselressort Bankenaufsicht. In dieser Funktion begleitete er den Übergang der größeren Banken in Deutschland unter die Aufsicht der EZB.

Dombret absolvierte ein Reisepensum wie ein Außenminister und vertrat die Bundesbank oft auf internationaler Bühne. Er hat die Banken früh dazu gemahnt, sich auf die Brexit-Folgen vorzubereiten. Außerdem führte er von deutscher Seite maßgeblich die Verhandlungen über das Regelwerk Basel III zur Regulierung von Banken.

Bei der Bundesbank hinterlässt er eine Lücke. Zum einen, weil er ein wichtiges Sprachrohr der Notenbank in der deutschen Öffentlichkeit war. Zum anderen, weil der Vorstandposten für die Bankenaufsicht besonders sensibel ist. Wenn hier Fehler passieren, haben diese eine besondere Tragweite. Was Dombret nach seiner Tätigkeit bei der Bundesbank machen wird, ist noch nicht bekannt. Dombret gehört bis Jahresende auch noch dem Verwaltungsrat der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) an. Wollte er zu einer Bank wechseln, hätte er aber bis zu einem Jahr Abkühlungsfrist.

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