Präsident Mario Draghi EZB zieht den Kauf von Staatsanleihen in vollem Umfang durch

Mario Draghi verteidigt die Geldflut der EZB. Das Billionen-Kaufprogramm will er fortsetzen. Der Präsident erläutert die Entscheidungen des EZB-Rates – und lässt sich auch von einer Konfetti-Attacke nur kurz aufhalten.
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Die Femen-Aktivistin springt auf den Tisch Quelle: AFP
Mario Draghi geht in Deckung

Die Femen-Aktivistin springt auf den Tisch

(Foto: AFP)

FrankfurtNach sechs Minuten musste EZB-Präsident Mario Draghi die Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank abrupt unterbrechen. Als er gerade die Entscheidungen des EZB-Rates von diesem Vormittag erläutern will, stürmte eine Aktivistin das Podium. Die Frau sprang auf den Tisch vor Draghi, bewarf den Notenbanker mit Konfetti schrie auf Englisch „ECB Dictatorship“ (EZB-Diktatur).

Sicherheitskräfte eilten herbei und rissen die Aktivistin fort. Nach einer kurzen Pause kehrte Draghi ans Mikrofon zurück. Der Schockmoment ließ ihn augenscheinlich unbeeindruckt.

Draghi im Konfetti-Regen
Beherzter Sprung
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Während Mario Draghi die ersten Sätze spricht, springt die Aktivistin auf das Podium. Es soll sich um eine Frauenrechtlerin von Femen handeln. Die EZB sagte dazu, dass sich die junge Frau mit einem falschem Journalistenausweis eingeschlichen habe. Sie habe dabei den regulären Sicherheitscheck mit Metalldetektor passiert. EZB-Präsident Draghi habe die Pressekonferenz nach dem Vorfall ruhig fortgesetzt.

Der Schreckmoment
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Eine Frau auf Draghis Tisch: Der EZB-Chef erschreckt heftig, Arme und Hände in Abwehrhaltung.

Die Szenerie
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Die Fotografen zücken die Kameras, vom Rand des Podiums eilt ein Sicherheitsmann herbei. Währenddessen hat die Aktivistin längst einen Stapel Papier in die Höhe geworfen – und hat sich noch etwas anderes ausgedacht...

Konfetti frei!
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Die Frau bewirft den EZB-Chef mit Konfetti. Der Sicherheitsmann umkurvt derweil erst einmal die Pressesprecherin.

Draghi in Sicherheit
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Dann ist die „Gefahr“ gebannt. Die Frau wird vom Tisch gezerrt. Dabei schreit sie „Stopp the ECB-Dicktatorship“ (deutsch: „Stoppt die EZB Diktatur“).

Aktion beendet
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Doch einfach macht sie es den Sicherheitsleuten nicht. Zufrieden feiert sie ihren Erfolg.

Pressekonferenz unterbrochen
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Die Pressekonferenz mit Draghi wurde kurzzeitig unterbrochen. Die Femen-Aktivistin wagt noch einen letzten Schrei...

In seinen Erläuterungen bestätigte Draghi anschließend, dass die Mitglieder EZB-Rat beschlossen haben, den Leitzins auf dem Rekordtief von 0,05 Prozent zu belassen. Auf diesem Wert liegt der Schlüsselsatz für die Geldversorgung des Bankensystems seit September 2014.

Noch wichtiger für die Investoren: EZB will den Kauf von Staatsanleihen in vollem Umfang durchziehen – obwohl sich die Konjunkturaussichten gebessert haben. „Unser Fokus wird auf der vollen Umsetzung unserer Maßnahmen liegen“, sagte Draghi. „Diese Maßnahmen werden zu einer weiteren Verbesserung der Konjunkturaussichten beitragen.“ Draghi trat damit Spekulationen entgegen, wonach die EZB ihr vor allem in Deutschland umstrittenes Programm drosseln könnte.

„Eine sehr starke Medizin, die auch abhängig machen kann“
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14 Kommentare zu "Präsident Mario Draghi: EZB zieht den Kauf von Staatsanleihen in vollem Umfang durch"

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  • Draghi verteidigt Geldflut
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    Er will sie mit aller Macht durchziehen und Schrottpapiere aufkaufen.
    Er malt immer wieder das Gespenst der Deflation an die Wand.
    Diese ist genauso real wie das Ungeheuer von Loch Ness.

    Auch griechische Anleihen sind für ihn kein Tabu. Sie werden zwar mit CCC geratet. aber was soll es. Griechenland gehört zum ClubMed.

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  • Ich begrüße es, wie die EZB vorgeht.

    Wenn überall auf der Welt die Notenbanken eingreifen, MUSS die EZB mitmachen. Egal, was Kritiker auch orakeln, es hilft den Aktien und den Kursen.

    Super Arbeit.

  • Ein Liter Jauche der besten Sorte hätte ich als angemessener als Papierschnipsel (sieht aus wie A4-Blätter) empfunden.
    Wer Staatsanleihen kauft um diese Staaten mit Finanzmitteln zu versorgen, in der Hoffnung, daß diese Staaten diese Finanzmittel dazu nutzen, die Wirtschaft anzukurbeln, der nimmt in Kauf, daß diese Staatsanleihen später nicht von den Staaten bedient werden können, siehe Griechenland und andere. Gesunde Wirtschaft sieht anders aus.

  • Liebe Redaktion!

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  • Der Euro ist nicht schlecht. Das Problem ist jedoch darin zu sehen, dass die Politiker ihn als Geschenk betrachten und sich nur noch für Diäten und Pensionen interessieren.

    Der Euro ist sogar ein Riesenprojekt. Den umzusetzen, bedarf kluger Köpfe. Es ist aber nicht zu erkennen, dass diese in den Reihen der Politiker vorhanden sind. Deshalb hat der Euro nicht die Chance, die ihm gebührt.

    Man mag von Helmut Kohl halten was man will. Gewiss hat er Fehler gemacht, große Fehler gemacht. Aber dieser heutige kranke Kohl hat immer noch mehr im Kopf als diese Politbüromitglieder im deutschen Bundestag.

    Wenn einer behaupten würde, dass das alles "Flaschen" sind, dann wüsste ich nicht darauf zu kontern.

  • In anderer Region wäre es ein Schuh gewesen.

    Die Attacke war nicht richtig, aber man muss Verständnis dafür haben, wenn die Bürger nicht gehört werden.

    Dass die Frau mit ihrem Ausruf im Recht ist, das kann man nicht mehr diskutieren. Das ist gesicherte Erkenntnis. Das Problem ist nur, dass diese Diktatur schon wieder von einem Ausländer von Deutschland aus ausgeübt wird und schon wieder alle Abgeordneten sich "abducken". Deutschland hat es immer noch nicht gelernt wahrhafte Volksvertreter in die Parlamente zu entsenden.

    Wir sollten darüber nachdenken, ob unsere Politiker uns Bürgern die Demokratie oder die Diktatur bringen bzw. gebracht haben.

    Nicht jeder Spiegel, den das Ausland uns vorhält, beinhaltet ein falsches Bild.

  • Bravo! Diese rau ist eine Heldin. Die EZB errichtet eine Diktatur in Europa und dieser unsägliche Bürokrat iswt ein Schwerverbrecher, dem das Schicksal der Portugiesen, Griechen, Iren usw. nicht interessiert. Draghi ist der Eichmann des Finanzkapitals.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

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