Preis im freien Fall

Goldschatz der Bundesbank verliert stark an Wert

Die Bundesbank sitzt auf einem Goldschatz von fast 3400 Tonnen. Nach Marktpreisen hätte sie damit in diesem Jahr bislang fast 40 Milliarden Euro verloren. Doch auf ihren Gewinn wirkt sich das nicht aus.
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Wie tief fällt der Goldpreis noch?

DüsseldorfDer Goldschatz der Bundesbank ist stets ein Politikum. Noch heute berichten Bundesbanker stolz davon, wie sie den Forderungen etlicher Bundesfinanzminister widerstanden. Theo Waigel zum Beispiel wollte einen Teil des Goldes verkaufen und den Erlös in den Bundeshaushalt stecken. Er und sein Staatssekretär Jürgen Stark flogen extra mit dem Hubschrauber nach Frankfurt, um das Direktorium der Bundesbank zu überzeugen. Doch ihre Mühe war vergebens. Stets beharrte die Bundesbank darauf, dass ihr Goldschatz unverkäuflich sei. Sie verkauft pro Jahr lediglich ein paar Tonnen zum Prägen von Goldmünzen.

In diesem Jahr war das kein gutes Geschäft. Seit Jahresbeginn hat der Goldpreis fast 30 Prozent an Wert verloren. Der Goldbestand der Bundesbank von 3391 Tonnen entsprach Ende 2012 einem Wert von 137,5 Milliarden Euro - doch inzwischen ist er am Markt nur noch rund 100 Milliarden Euro wert. Das entspricht einem Verlust von 37,5 Milliarden Euro.

Auf den Gewinn der Bundesbank hat dies indes keinen Einfluss. Das Gold steht mit seinem Wert zum Startpunkt des Eurosystems am 31. Dezember 1998 in der Bilanz. Damals lag der Goldpreis pro Feinunze bei etwa 245 Euro. Alle Veränderungen gegenüber diesem Wert werden durch einen Ausgleichsposten in der Bilanz neutralisiert und wirken sich nicht auf den Gewinn aus. Erst wenn der Goldpreis unter die Marke von 245 Euro fallen würde, müsste die Bundesbank Verluste ausweisen. Davon ist der Goldpreis allerdings trotz des Sturzes weit entfernt.

Der Vergleich zeigt: Auf lange Sicht hat sich der Goldbestand für die Bundesbank immer noch gelohnt. Trotz der jüngsten Verluste ist sein Wert in den vergangenen fünfzehn Jahren um etwa 370 Prozent gestiegen. Der Wertzuwachs ist fast so hoch wie der des Deutsche Aktienindex (DAX). Der Dax legte von Juli 1998 bis jetzt um 587 Prozent zu.

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  • Vor vier Tagen schrieben die Deutschne Wirtschaftsnachrichte: "Der Hedgefonds-Manager William Kaye sagt, es sei naiv zu denken, die Bundesbank würde ihre in den USA gelagerten Goldreserven jemals zurückbekommen. Das ehemals „deutsche“ Gold gibt es als solches nicht mehr. US-Banken haben es von der Fed erhalten, um den Goldpreis zu drücken. Die Goldbestände gelangten auf den Markt. „Deutschland wird das Gold nie wieder sehen“, so Kaye."

    Die deutschen Medien habe diese erschreckende Meldung praktisch nihct wahrgenommen. Und es wird der Kanzlerin, die unser Vermögen seit Jahren an Banken verschenkt, dem Diebstahl deutscher Daten ebenfalls wieder kommentar- und tatenlos zusehen. Das tut aber ihrer Beliebtheit bei deutschen Wählern keinen Abbruch.

  • Sehr witziger Artikel, dass Gold ist doch nicht in Deutschland bis auf ein paar Barren. Überwiegend liegt es in Amerika und England als Pfand. Dank Schröder soll sich die USA von dem Gold bedient haben, um den Irak Krieg zu fiananzieren. Darum waren keine Deutschen Soldaten im Irak Krieg. Zeigen sie mir die Bilanz unseres Goldes, wo es liegt, was wohin verkauft wurde und die Mengenaufteilung. Das kann die Bilanz der Bundesbank nicht leisten. Darum wäre diese Bilanz bei jeden anderen,Steuerhinterziehung und Bilanzfälschung. Aber der Staat kann mit unseren Eigentum machen was er will.

  • Das Gold gehört uns schon lange nicht oder nicht mehr, da es bei den Siegermächten aus Weltkrieg II verpfändet wurde. Also was soll das Gedöhns. Ich empfehle deshalb, dass der Bund ein neues eigenes Golddepot in der BRD anlegt. Sicher ist sicher oder!

  • "Die Bundesbank sitzt auf einem Goldschatz von fast 3400 Tonnen." Ist das wahr? Vor ein paar Monaten war in den Medien zu lesen, dass unsere Politiker das Gold der Bundesbank in den USA noch nicht mal sehen darf. Seither habe ich nichts mehr darüber gelesen. Vorbei, vergessen, Schall und Rauch?
    Ich habe in unsere derzeitige Politik keinerlei Vertrauen mehr!

  • Im November hat Gold noch € 43 000 gekostet, jetzt liegen wir bei € 30 000 /kg. Da werden sich die Gold-Anleger bei den vielen Goldbullen auch in dieser Zeitung bedanken. Hinsichtlich Euro und Gold sind das hier mehr Kontraindikatoren.

  • Das Handelsblatt sollte den Unterschied zwischen physischem Besitz und rechtlichem Eigentum eigentlich kennen.

    1036 Tonnen waren im Januar laut Bundesbank im Inland. Die restlichen 2350 Tonnen sind im Besitzer der Siegermächte und D hat nur einen Eigentumsanspruch darauf.

  • Gold ist nicht Geld, das weiß die BB und so handelt sie deshalb glücklicherweise auch. Wer Gold kauft oder in der Vergangenheit Gold gekauft hat um sich reich zu rechnen, der hat das mit dem Gold ohnehin nicht verstanden. Leider haben einige Newsletter Gold in den letzten Jahren auch zu einem Anlageprodukt für Zocker oder Dumpfbacken gemacht, und klar es tut weh wenn man vor 1 Jahr rechnerische 1900 USD pro Unze und heute nur noch 1200 USD pro Unze in den Büchern oder im Safe oder unterm Kopfkissen hat, doch dafür ist Gold ohnehin ungeeignet. Ok, und wer so clever war vor 10 Jahren in Gold zu gehen und sich jetzt gerne einen Porsche kaufen möchten von seinem Gewinn, es sei ihm ebenso gegönnt wie demjenigen der eine Aktie günstig gekauft hat und dann auch mal einen Gewinn mitnimmt. Grundsätzlich aber gilt, wer Gold kauft, und bald werden starke Hände wieder zugreifen, der kauft es eigentlich nur um es an die nächste Generation weiterzugeben oder aber um für den Fall der Fälle ( und der ist noch keineswegs ausgeschlossen ) etwas in Händen zu haben, auf das Regierungen, Fehlmanagement in der Weltpolitik, Bankenpleiten oder gar Staatspleiten eben gerade keinen negativen Einfluss haben. Gold wird immer einen Wert haben, damit läßt sich immer eine Operation bezahlen, beim Bauern Essen kaufen, etc. Also wenn sich morgen oder in einem oder in fünf Jahren neue Schreckensszenarien aufbauen, dann wird Gold auch wieder steigen, evtl. auf 1600 oder auf 2000 oder gar auf 5000 USD pro Unze wie vor weniger als 12 Monaten noch große Börsenmagazine reißerisch titelten. Gold ist wie Coca Cola Aktien. Man braucht weder die Cola noch die Aktie aber eines oder beides davon zu haben schadet nicht nur nicht sondern hat sich langfristig gesehen immer ausgezahlt.
    Wenn Gold seinen Boden gefunden hat, dann wird von ganz vielen ganz schnell ganz viel eingesammelt und dann geht es eben genau so schnell wieder bergauf ( aber wie gesagt, eigentlich interessiert das alles nicht.
    Goldige Grüße Uli

  • @ vhe

    Die Chinesen konnten Löhne senken und Gewerkschafter rauswerfen. Hätten Deutsche den Hafen übernommen wäre der große Streik mit Nazi-Schildern gekommen. Es wäre gegenüber den griechischen Arbeitern auch nicht glaubwürdig gewesen dass man für jeden der zu geringerem Lohn nicht mehr arbeiten will 10 Ersatzleute herankarren kann die für dieses Lohnniveau gerne arbeiten würden. Wenn China das sagt ist es glaubwürdiger.

  • Haben die das D Gold inzwischen mal in Augenschein nehmen Können `?

    ist es schon auf dem Weg heim `?

    oder haben wir nur "Optionsscheine" auf eventuelles Gold ...


  • Ganz ehrlich - hätten wir das Gold genommen und damit anstelle der Chinesen den Hafen von Piräus gekauft, hätte sich das für ein Exportland wie D mehr gelohnt.

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