Preise in der Euro-Zone: Inflationsbarometer fällt auf Rekordtief

Preise in der Euro-Zone
Inflationsbarometer fällt auf Rekordtief

Das Statistikamt Eurostat stellte fest, dass die Preise in der Euro-Zone im Januar noch weniger gestiegen sind als angenommen. Investoren erwarten nun weiter sinkende Preise – und hoffen auf noch mehr EZB-Milliarden.

BrüsselTrotz expansiven Geldpolitik der EZB bleibt die Inflation in der Euro-Zone niedrig. Die Preise stiegen im Januar nur um 0,3 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag nach endgültigen Berechnungen mitteilte. In einer ersten Schätzung war noch von plus 0,4 Prozent die Rede. Die Jahresteuerung liegt damit weiter deutlich unter der Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB), die im März zu ihrer mit Spannung erwarteten nächsten Sitzung zusammenkommt. Sie strebt einen Wert von knapp zwei Prozent an, der als optimal für die Konjunkturentwicklung gilt.

Insbesondere der Ölpreis-Verfall hält die Inflation am Boden. So verbilligte sich Energie gegenüber dem Vorjahr um 5,4 Prozent. Die Kosten für Dienstleistungen zogen hingegen um 1,2 Prozent an. Daten für Februar werden noch Ende des Monats erwartet.

Die EZB hat ihr umstrittenes Anleihen-Kaufprogramm im Dezember auf 1,5 Billionen Euro ausgeweitet, um damit die Konjunktur anzuschieben und zugleich die Inflation anzuheizen. Viele Experten rechnen damit, dass sie im März mit neuen geldpolitischen Maßnahmen nachlegen wird.

Weil die Inflation niedrig bleibt, gehen die Spekulationen auf eine weitere Lockerung der EZB-Geldpolitik in eine neue Runde: Das für die europäischen Notenbanker wichtige Inflationsbarometer, der sogenannte Five-Year-Five-Year-Forward, fiel am Donnerstag auf ein Rekordtief von 1,3983 Prozent.

Dies bedeutet, Investoren gehen davon aus, dass - beginnend in fünf Jahren - die Inflation über einen Zeitraum von fünf Jahren bei etwa 1,3983 Prozent und damit unter der EZB-Zielmarke von knapp zwei Prozent liegen wird. Die Europäische Zentralbank (EZB) kauft derzeit Wertpapiere im Volumen von monatlich 60 Milliarden Euro auf, um die drohende Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, abzuwenden. Börsianer gehen davon aus, dass die EZB ihre Ankäufe im März erneut ausweitet und den Einlagenzins von derzeit minus 0,3 Prozent um zehn bis 20 Prozentpunkte senkt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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