Preissteigerung
Inflation im Euro-Raum auf 1,4 Prozent gesunken

Die Inflation in der Euro-Zone ist im Mai auf ein Jahrestief gefallen. Dadurch sinkt der Druck auf die Europäische Zentralbank, rasch aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik auszusteigen.
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Brüssel/LuxemburgDer überraschend deutliche Rückgang der Inflationsrate in der Euro-Zone auf ein Jahrestief lässt eine baldige Straffung der EZB-Geldpolitik unwahrscheinlich erscheinen. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai nur noch um 1,4 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Hauptgrund: Energie verteuerte sich nicht mehr so stark wie in den Vormonaten. Im April lag die Teuerungsrate mit 1,9 Prozent noch in dem von der EZB gewünschten Rahmen, die mittelfristig Werte von knapp unter zwei Prozent anstrebt.

Mit der niedrigeren Inflation sinkt der Druck auf die EZB, rasch aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik auszusteigen. „Wir gehen davon aus, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten in der Tendenz sogar noch etwas nachgeben wird“, sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Weil. „Ein stärkerer unterliegender Preisauftrieb ist weiterhin nicht in Sicht, was gegen eine baldige Zinsanhebung der EZB spricht.“

Inflationsrate in der Euro-Zone
von März 2016 bis Mai 2017
(gegenüber Vorjahresmonat)

Ähnlich schätzt das Thomas Gitzel ein, Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank: „Die Teuerung ist auf Rückzugskurs. Für einen nachhaltigen Anstieg der Inflationsraten bedarf es einer höheren Beschäftigung in der Währungsunion.“ Die Arbeitslosenquote sank im April zwar auf ein Acht-Jahres-Tief, blieb aber mit 9,3 Prozent vergleichsweise hoch.

EZB-Chef Mario Draghi sagte auch deshalb zu Wochenbeginn, dass ein „außergewöhnliches Ausmaß an geldpolitischer Unterstützung“ immer noch nötig sei. Die EZB hat die Zinsen auf das Rekordtief von 0,0 Prozent gedrückt und pumpt jeden Monat Milliarden über Wertpapierkäufe in die Wirtschaft, um die Konjunktur anzuschieben und die Preise wieder dauerhaft in Richtung der angepeilten Zwei-Prozent-Marke zu bewegen.

Dies ist nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) derzeit aber noch nicht gewährleistet. Dabei macht den Währungshütern unter anderem Sorge, dass die Kerninflation, in der schwankungsreiche Öl- und Lebensmittelpreise ausgeklammert sind, nicht anspringen will. Sie sank im Mai auf 1,0 Prozent von 1,2 Prozent im April.

Die EZB dürfte Insidern zufolge auf ihrer Zinssitzung nächste Woche angesichts höherer Wachstumsraten eine etwas zuversichtlichere Einschätzung zur Konjunktur geben. Dabei werden die Währungshüter voraussichtlich diskutieren, Hinweise auf eine nötigenfalls noch expansivere Geldpolitik zu streichen, wie mit den Überlegungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters zuletzt sagten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Glaubt irgendwer noch wirklich, daß die Geldflut der EZB irgendwann gelindert wird?

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